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C. C. Tacitus von Deutschlands Lage, Sitten und Völkern : Mit erklärenden Anmerkungen, einigen Ausführungen udn Abhandlungen, und einem geographisch-historischen Wörterbuche / von Johann Heinrich Martin Ernesti, öffentlichem ordentlichem Professor an dem Herzoglichen akademischen Gymnasio Casimiriano zu Coburg
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die unfleissigm Germaner sonst thun o). Sie durch-suchen aber auch das Meer, und sind die einzigen, dieauf Sandbanken und am Strande den Bernstein lesen p),welchen sie Glas q) nennen. Von seiner Natur undEnrstchungsart wisien sie, als Barbaren*), nichts,haben es auch nicht untersucht. Er lag sogar lang

N 5 unter

p) Man las ihn, wie noch, am Ufer des baltischenMccrs: theils wird er am Secstrande gesammlet,theils aus dem bekannten Frischcnhaf mit Netzen ge-fischt; auch an einigen Orten aus der Erde gegra»den. Das Gebiet der Acstncr aber (Esthland hatnoch voi» ihnen den Namen) erstreckte sich damalsauch über Preussen, weiches die Ehre hat, das alteBerusteiuland zu seyn, der Eridanus ist wahrschein«lich die Raddunc in Preussen ; und die Guttonen deSPylhcas sind auch noch dem Namen nach in Preuftsen. E. von dem Bernstein bey Herrn HR. Gchlö«zer a. angef. O. S. 8. folg. S. 28. folg. S. 34- folg.S. 122. folg.

q) Von Glas, oder Gleißen, weil der Bernstein durch,sichtig ist: daher das eigentliche Bcrnsteinland inder Ostsee die Glessarischen Inseln (d. i. Glasinseln,Bernsteininseln) oder eleclrischen hießen; obgleichdie Römer auch Inseln in der Nordsee so nannten.S. Z. E. Plin. Rat. Hist. IV. iz. ( vcrgl. XXXVIl.?.), wo man beyde Namen, Bernstciuinsel und Agt-steininsel, findet.

*) S. Kap. 30.