Druckschrift 
C. C. Tacitus von Deutschlands Lage, Sitten und Völkern : Mit erklärenden Anmerkungen, einigen Ausführungen udn Abhandlungen, und einem geographisch-historischen Wörterbuche / von Johann Heinrich Martin Ernesti, öffentlichem ordentlichem Professor an dem Herzoglichen akademischen Gymnasio Casimiriano zu Coburg
Entstehung
Seite
53
Einzelbild herunterladen
 

*-=^<S<S>S*= 4 5Z

tian stellte zwar einen Triumph über die Deutschen an;aber es gieng ihm, wie dem Caligula. Es war cmTriumph ohne Sieg. Er wurde ausgelacht. So standdas wechselseitige Verhältniß Roms und der Deutschen, da Ncrva regierte, den Trajan zu seinem Nachfolger er»tiennt hatte, und mit ihm das Consulat führte, welchesdas zweyte des letztern wäre. Und nun der Schluß, ausallen diesen? Man hat mehr über die Deutsche triumphirt,als sie besieget."

Die Furcht vor Gefahren, die Tacitus für die künfttigen Schicksale Roms gefaßt hatte, und die über seinVaterland von der Seite Deutschlands herkommen würden,eine Furcht, welche er nicht unterdrücken konnte, kannnicht besser, als aus seinem Wunsch erkannt werden, denich oben umständlich gemeldet habe. Wer seinen Feindauf eine solche Art vertilgt zu sehen wünschet, der muß sich,so lange dieser lebet, und die Mittel zu schaden in Handenbehalr, nichts Gutes von ihm versprechen. Ihm mußbange seyn, daß derselbe über kurz oder lang, sich der altenFeindschaft wieder erinnern, und Zeit und Gelegenheitnicht ungenutzt vorbey gehen lassen werde, sich zu rächen,und dem andern den tödtlichen Streich beyzubringen. Daßnicht Tacitus allein, sondern die Römer insgesammt sovon den Deutschen dachten, ist ans vielen Stellen ihrerSchriftsteller klar. O hatten die Götter dein August denglücklichen Gedanken eingegeben, aus der BezwingungDeutschlandcs sich nicht so viel zu machen! ruft Florusin seiner Geschichte aus, 4. B. K. 12. Wozu der Wunschdieser so angesehenen Römer, die das Verhältniß RomSund der Deutschen 'so genau kannten, und aus den Thaten

d z beyder