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C. C. Tacitus von Deutschlands Lage, Sitten und Völkern : Mit erklärenden Anmerkungen, einigen Ausführungen udn Abhandlungen, und einem geographisch-historischen Wörterbuche / von Johann Heinrich Martin Ernesti, öffentlichem ordentlichem Professor an dem Herzoglichen akademischen Gymnasio Casimiriano zu Coburg
Entstehung
Seite
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zur Vertheidigung der Freyheit der alten Deutschen kam»nicht prächtiger geschildert werden, als wenn die KräfteRoms/ das die ganze orientalische Welt in kriechendeFesseln geschlagen hatte, und vom Rhein bis in Aethio-xien furchtbar war, zu ihrem Untergange sich vereinigen,Jahrhunderte hindurch alles daran setzen, und doch nichtsausrichten.Sechs hundert und vierzig Jahr hatte Romgestanden, so fangt Tacitus seine Beschreibung davon an,Kap. 37., da es die Wuth der cimbrischen Waffen inner--halb ihrer Mauren zuerst fühlen mußte. Von der Zeit an,bis auf das zweyte consularischc Jahr des Kaisers Trajans, waren zwey hundert und zehcn Jahre verflossen, und solange haben die Römer sich bemühet, die Deutschen zuüberwinden. Tarndia Germania vincitur. Weder die Sam-mler, noch Carthager, noch Spanier, noch Gallier, janicht einmal die Parther, unsere mächtigsten Feinde, ha-ben uns so viel zu schaffen gemacht, und uns so oft zumKriege aufgefordert. Denn die deutsche Freyheit ist nochweit wüthender, als das Parlhische Reich. Der göttlicheJulius verlor eben so viel, als er gewann. Seine Siegehatten keine Dauer. August verlor drey der schönsten sei--ner Legionen, mir ihrem Feldherrn, dem Barus. Drnsus,Tiberius und Germaniens theilten Schlage in Deutschland ans, und trugen nicht weniger davon. Calignla gedachte,die Dentscheil zu verschlingen, und wurde ausgelacht.Nach ihm hatte Deutschland Ruhe. Als aber Galba,Otto und Vitcllius sich um die Monarchie zankten, undRom unter dem Druck innerer Unruhen seufzte, versuchtenauch die Deutschen wieder über den Rhein zu gehen, undihre alte Streifcreyen zn ernenern. Cereales aber trieb siezurück, und stellte die alten Gränzen wieder her. Domi-

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