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C. C. Tacitus von Deutschlands Lage, Sitten und Völkern : Mit erklärenden Anmerkungen, einigen Ausführungen udn Abhandlungen, und einem geographisch-historischen Wörterbuche / von Johann Heinrich Martin Ernesti, öffentlichem ordentlichem Professor an dem Herzoglichen akademischen Gymnasio Casimiriano zu Coburg
Entstehung
Seite
51
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von den Chamavci! und Aegrivariern, die zum Tbcil indem heutigen Engern, in Wcstphalen, zum Theil um brnHamm, in der Grafschaft Mark wohneten, aus ihrem aUtcn WbhKsitz'i vertrieben. Man weiß die Ursache diesesVerfahrens eigentlich nicht. Man sagt aber, die bcnach-harten Völkerschaften hatten den unerträglichen Stolz derBructcrcr demüthigen, oder sie wenigstens von den Raube»reyen zurück halten wollen, welches Handwerk sie Vorzügelich trieben. Eine dritte Ursach, die die Römer glaubten,und die Tacitus in ihrem Namen anführt, war die Gunstder Götter gegen die Aönier. Genug, sechzig tausendBructcrer wurden, wie das Vieh, umgebracht, und.dieübrigen vertrieben; nicht durch römische Waffen, sondern,welches weit prächtiger ist, durch die Waffen ihrer cige--neu Landslcme. Unsere Legionen sahen dies Würgen mitAugen an. Es war ihnen eine Angemvcide, die über alleEmpfindungen der Freude geht. O! wenn diese Nationuns nicht licb.'n, (das ist, nach der wahren Bedeutungdes Worts HLiebe in dem Munde eines herrsüchiigen Er»obcrers, wenn es sich nicht in unsere Fessel schlagen lasse,,/und das Joch einer römischen Knechtschaft tragen lernenwill), so wünschte ich, daß dieser Haß unter ihnen untaufhörlich fortdauern, und sie sich selbst untereinander auftreiben möchten! Und warum denn, mein lieber Tacitus ?Darum, weil das jeyige Schicksal unsres leidenden?ieichs diesen patriotischen Wunsch von mir erheischet.Denn zu unserer eigenen Erhaltung ist uns jetzt keinGlück nöthiger, als die Uneinigkeit unserer Feinde."Welche Schadenfreude! Aber, was wünscht nicht einschwächerer Feind dem starker». Sollte wohl Tacitusrichtig gcweissaget haben? Die Tapferkeit und die'Liebe

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