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C. C. Tacitus von Deutschlands Lage, Sitten und Völkern : Mit erklärenden Anmerkungen, einigen Ausführungen udn Abhandlungen, und einem geographisch-historischen Wörterbuche / von Johann Heinrich Martin Ernesti, öffentlichem ordentlichem Professor an dem Herzoglichen akademischen Gymnasio Casimiriano zu Coburg
Entstehung
Seite
56
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unsern Tacltns ! Seine Mitbürger hatten ebenfalls eineGeschichte der Deutschen nöthig. Pragmalisch war sienoch von keinem behandelt worden. Was Cäsar davonaufgezeichnet hatte, waren nur Linien und Abrisse zu einemf mistigen Gebäude, dessen Aufführung von den Handender Nachkommen erwartet wurde. Viele der vornehmstenBürger wußten nicht, was sie wahres von den Deutschen glauben sollten. Man trug sich mit Sagen herum, die vonder achten Wahrheit eben so weit entfernt waren, je nahersie an das Abendtheuerliche, Ungereimte, oft Lügenhafteund Periauniderische gränzten. Erfahrungen und Nach-richten stimmten selten zusammen. Die sonderbare Austüh-rung einiger Friesischen Fürsten in Rom, die in Gesand-schafccn dahin geschickt waren, ihr offenes Vertrauen aufihre innere Stärke, und der unerschrockene Muth, mittentinter einem sich verstellenden Volke, laut herauszusagen:es gäbe seine Nation unter der Sonne, die ehrlicherund aufrichttger wäre, ale die Deutsiben, Tac. Unnal.55. 4. machte alle Römer stutzig, und der Zweifel kampfttin ihnen, wer von beyden Recht habe, ob die deutschenFürsten, oder ihre eigenen Schriftsteller wahr redeten.Zwar hat der altere Piinius die Geschichte der deutschen Kriege in zwanzig Büchern verfaßt. Allein ich weiß nicht,weicher Mangel der Brauchbarkeit, Vollständigkeit oderGenauigkeit daran Schuld war, daß sie eine andere zweck»mäßigere nicht entbehrlich machte. Vielleicht war die Sei*tcnhcit dieser Bücher auch eine von den Ursachen mit,warum sie nicht gemeiner wurden. Denn der ganzlicheVerlust derselben erhellet schon zu des Symmachus Zeitenaus dem l8tcn des dritten Buchs seiner Briefe. Der cini-ge. Tacitus gedenkt ihrer, und Macer, ein Liebhaber der

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