Geschichte auswärtiger Völker, mußte den jüngcrn PliniuS fragen, was, sein Oheim mehr für Bücher von fremdenLandern geschrieben habe. Plin. Z. B. 5- Br. Darf eineMuthmajsung hier Platz finden, so scheint der Zweck desaltern PliniuS bey seiner Geschichte der Deutschen Kriegenicht gewesen zu seyn, mehr als eine Sammlung davonzu vcraustailen, jede Schlecht nach ihrem Anfang, Ver<aulanung und Folgen zu beschreiben, dabey aber mehr feintrömische Helden vor Augen zu haben, als die Helden derDeutschen. Das wenige, was Tacitus aus dessen Buchevon den deutschen Kriegen anführt, scheint meine Muth,massung zu bestätigen. Folglich hatte Plinius wenig odernichts darin von ihrer Vöikergeschichtc, von den Sittenund deren Verhältniß untereinander, angebracht, oder allesdieses nicht pragmatisch genug bearbeitet. Denn eben auSder Geschichte des Tacitus über die Deutschen, erhelletganz deutlich, daß die Römer noch immer in ihren Be*griffen von den Deutschen schwankten, und der eine dieß,der andere das geglaubet habe. Tacitus also entschloß sich,aller der vorhandenen Nachrichten und mündlichen Crzah-hingen ungeachtet, eine Geschichte der Deutschen, nachseiner Art zu schreiben. l£c nutzte, was er vorfand, ge-sammlet, gelesen, und von andern gehört hatte. Er gienzbis in das Innere ihres Staats hinein, und spürte denQuellen nach, woraus seiner Meynung nach ihre Größe,Tapse» kcit und Unübcrwindlichrcit strömen müßte. Dabeyist er treu in seinen Erzählungen, und wenn wir ihn manch«mal auf der Spur, deutsche Eilten römischen Wortenausgedruckt zu haben, finden, eine prophetische Aiiforde*rung an die Aufmerksamkeit deutscher Leser, so versüssck erMs wieder die Mühe, mit seinen fruchtbaren Reflexionen,
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