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C. C. Tacitus von Deutschlands Lage, Sitten und Völkern : Mit erklärenden Anmerkungen, einigen Ausführungen udn Abhandlungen, und einem geographisch-historischen Wörterbuche / von Johann Heinrich Martin Ernesti, öffentlichem ordentlichem Professor an dem Herzoglichen akademischen Gymnasio Casimiriano zu Coburg
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derselben, folglich von der Vcrdcrbtl?cit, Weichlichkeit, oderTapferkeit und unüberwindlichen Freyheit desselben. Die-sem Grundsätze folgte Taeikus augenscheinlich. Das Cluma hat in alle diese Dinge seinen Einfluß. Es bewirketnicht alles, aber es behauptet den Vorrang vor allen. Esist der Stamm, worinn alle übrige Gestalten und Eigen-schaften einer Nalion weisüch eingepfropft werden. Des-halb setzte er der Beschrcihung der Sitten der Deutschen,die Lage und das Cliiua des Landes voraus. Aus diesemleitet er so viel her, als ein vernünftiger Philosoph thunkann, und nach beyden bestimmet er die Grösse und denWerth einer Nation. Wenn die Catten noch mnlhigcr undbeherzter sind, als dic Batavier, so liegt der Grund davonin der Beschaffenheit ihres Bodens und in ihrem Himmel.29.

Wenn die Bruckerer kein ander Handwerk kennen, alsRauben und Plündern, so denken die Chauzen weit edler.Sie beschützen ihr Land mit Ruhe, und legen Vcstungcnder Gerechtigkeit an seine Gränzen. Ohne Raubereyenund Mordthaten auf dem benachbarten Boden auszuüben,und dessen Bewohner dadurch wider sich zum Kriege zureizen, halten sie das für ihre höchste Stark« und Ueber-legenhcit, sick hiebt durch Un'recbt groj? zu nittchcu.Kap. Z5- Wo wohnen doch itzt die Chauzen?

Fast alle Deutschen zogen in wilden und zerstreutenHaufen, ohne Ordnung, ohne Kenntniß einer nach Regelngelernten Kriegeskunst., ohne geschlossene Reihen und Elie-der, in den Krieg. Man hatte sagen sollen, sie giengenauf Strcifereyen aus, und nicht zur Schlacht. Wild warihr Angriff, aber sie liefen auch manchmal bald wieder zu-

rück.

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