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C. C. Tacitus von Deutschlands Lage, Sitten und Völkern : Mit erklärenden Anmerkungen, einigen Ausführungen udn Abhandlungen, und einem geographisch-historischen Wörterbuche / von Johann Heinrich Martin Ernesti, öffentlichem ordentlichem Professor an dem Herzoglichen akademischen Gymnasio Casimiriano zu Coburg
Entstehung
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rück. Allein die Kattcn kannten die Kciegcskunst besser.Sie erwählten sich einen Feldhern, der deutsche Erforderenisse und Eigenschaften an sich hatte. Auf diesen setztensie ihr ganzes Vertrauen, und mehr, als auf die Armeeselbst. Sie wußten seinen Befehlen zu gehorsamen. Siemarschirten geschlossen in der ihnen angewiesenen Ordnung;hielten das Glück für betrügerisch, den Muth und die Starkeaber für gewiß; waren nicht voreilig im Angriff aus Furchtund Tollheit, sondern giengcn langsam zu Werke, und hiebten standhaft aus. Kap. 30.

Die Begriffe von der Keuschheit waren in Deutschland nicht schwankend. Der Geist der guten Sitten in dieserArt hatte sich allgemein ausgebreitet. Einige Völkerschaftten trieben vielmehr diese Tugend noch weiter. Ihre Jung-frauen, sagt Tacitus , vcrheyrathcn sich mit dem Gelübde,nur Eines Mannes Weib zu seyn, und, falls sie ihn üher«leben sollten, nach dessen Tode bestandig Witwe zu bleiben.Die Rechte des Ehestandes waren heiliger, als die Um«armungen der Manner. Nur Ein Leib mit Einem, EinLeben, Eine Seele, könne eine wiederholte anderweitigeEhe nicht anders, als unkeusch seyn, und strafliche Bc-Zierden verrathen. Kap. 19. Ihr guten Dinger! ihr hattetkeinen Salomon unter euch, der euch Sprüchwörtcr schrieb.Dcitken wir uns nun zu den bisher angeführten wenigenBeyspielen noch die Aufcrziehungsregcln, und die Leibes-Übungen der Deutschen hinzu, welche alle zu einem gemein«schaftlichen Zweck hinausliefen; die bürgerliche Vcrfassun«gen dieser Völker, sammt ihren besondern Staatsversamm-lungen, die jenen Zweck ihrer Freyheit noch glänzendermachtenJ so haben wir den Schlüssel zu den Geheimnissen

des