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des tacitischen Plans gefunden, und wir können nnnmehrodeutlich einsehen, warum er, um die Deutschen in ihrerwahren Gestalt und Grösse zu zeigen, den Anfang zu ihrerSchilderung mit der Beschreibung ihrer Sitten gemacht habe.
Eigentlich zerfällt der ganze Plan in drey Haupttheile,den geographischen, politischen und historischen. Um denersten Theil hat sich Tacitus am wenigsten bekümmert. Erist kurz, unordentlich, und fast unbrauchbar. Man kannleicht den Schluß daraus machen, wie die geographischeKenntnis der Römer, von unserm Deutschland, wenigstensvon dem eigentlichen Norden beschaffen gewesen seyn müsse.Die Ursache davon ist nicht schwer zu errathen. Die we-nigsten von ihnen hatten Feit, Lust, oder Gelegenheit, infremde Lander zu reisen, und ihre geographische Kenntnissezu erweitern, oder die gesammelten zu berichtigen. Sie vavliessen sich theils auf die Nachrichten derer, die .der Kriegdahin geführet hatte, theils auf die bereits darüber vor»handencn Schriften der Griechen und Römer. Was sie indiesen fanden, schrieben sie, mit Beyfügung der Namender Verfasser, getreulich »ach, verbesserten hin und wiederetwas aus mündlich erhaltenen Nachrichten, lobten odertadelten, wie es ihnen gut dünkte, fügten manches ausihren eigenen Erfahrungen mit bey; gestanden in Dingen,die ihnen unglaublich, oder paradox vorkamen, ihre Un--wissenheit, und so erhielten wir Geographen, die, wasihre Nachrichten von Dculschland und dem Norden betrifft,nichts anders gethan zu haben scheinen, als uns magereGerippe, oder geographische Mißgeburten nachlassen zuwollen. Indeß kann Plinins mit Recht eine Ausnahmedarin machen. Er war bis an die Elbe in Deutschland ge-
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