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C. C. Tacitus von Deutschlands Lage, Sitten und Völkern : Mit erklärenden Anmerkungen, einigen Ausführungen udn Abhandlungen, und einem geographisch-historischen Wörterbuche / von Johann Heinrich Martin Ernesti, öffentlichem ordentlichem Professor an dem Herzoglichen akademischen Gymnasio Casimiriano zu Coburg
Entstehung
Seite
62
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kommen, hielt sich eine geraume Zeit darin auf, und zogvon dewGegenden/ wohin er selbst nicht kommen konnte,durch ausgeschickte Kundschafter, und von den reisendenHandelsleuten,.manche gute Nachricht ein. Ihm scheintTacitus in seiner Erdbeschreibung von Deutschland , so ab-gebrochen sie auch ist, vorzüglich gefolgt zu seyn, doch mitdem Unterschied, daß er eine andere Methode wählte, theilsZusätze einschaltete, die er entweder seinem Urtheil nachfür gegründeter fand, oder neuern Naehrichten zu dankenhalte. Man siehet es seinem Werke an, daß er kein geo-graphisches Ganze zu liefern im Stande war. Stückweiftbringt er bald dieses, bald jenes von Gegenden bey, nach-dem die Reihe der Dölkerschafften, die er beschreiben will,ihn dahin führet. Im ersten Kapitel bestimmt er die Gran-zen Deutschlandsim zweyten beschreibt er es selbst mitwenigen Worten, und sagt, daß es wüste und unbe,bauer, die Luft darin i-aul) und strenge, und derganze 2lndlick, und die Gestalt desselben traurig undöde sey. Hin und wieder sey es zwar besser. dochin: Ganzen genommen, immer von Wäldern rvild,iirtd von Sümpfen entstellt. Kap. Z. Doch für dieswenige Geographische, und was etwa noch darauf folget,auch hin und wieder karglich beygebracht ist, halt unsTacitus auf eine bessere Weift schadlos. Den politischenTheil des Buchs hat er meisterhaft gezeichnet und ausge-führet. Die Sitten sind die Basis seines Werks, daraufer den Ruhm der Deutschen Nation gründen will. ErNimmt sie, in dem weitlauftigen und engern Sinn. Unterjenem versteht er ihre Kriegsmanieren, die Wahl ihrerFeldherrn, die Schlachtordnungen und die Art der Waffen;ferner ihre Staatsverfassungen und Regierungsformen,

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