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sammt ihren allgemeinen und bcsonderci, Concilien, Ge-setzen, Gewohnheiten, Gerichtsarten, Belohnungen undStrafen; weiter ihre bürgerliche Einrichtungen, mit denLeibesübungen, Ergötzlichkeiten, den Schauspielen, Schmau-sercyen, sammt ihren übrigen Lebens i auch Kleidungs- undNahrungsartcn, den Künsten, Handthierungen, dem Acker«bau, der Viehzucht, und der Jagd; ferner den hauslichenZustand, mit den Rechten der Manner, als Haupter derFamilien, die Kinderzucht, den Unterricht, die Verheyra-thungs- und Begrabnisceremonicn, Erbschaftstheilungenund dergleichen; und endlich die Religion des Landes, ihrePriestcrinncn, das Ansehen und die gottcsdienstlichen Hand-lungen derselben. Zu den Sitteil im engern Verstände,rechnet er alles, was Tugend oder Laster unter den Men-schen heißt. Die Keuschheit ist die Krone der Tugendender alten Deutschen. Die Redlichkeit und Treue führte siean der Hand. Der Abscheu vor dem Luxus, die Genüg-samkcit der Natur, erhielte beyde in ihrer Lauterkeit. DerWucher und Betrug fand unter ihnen nicht statt, weil ermit der Aufrichtigkeit und Redlichkeit sich nicht vertragenkann, sondern ein Feind derselben ist. Das Geld wurdeso strenge beurtheilet, daß es eine Pest der Lander hieß,woraus alles Unglück, und endlich der Verlust der Frey-hcit erfolgte. Diese und noch andere Tugenden wurdenfreylich durch entgegengesetzte Laster einigermassen wiederverdunkelt, allein, so haßlich sie auch für uns sind, so gebensie den alten Deutschen doch eine Art von Ansehen, lindsie waren den vorigen Tugenden so untergeordnet, daß sieihnen keinen bedeutenden Eintrag thaten. Der Contrastdieser ihrer Sitten ist daher nicht besser zu beurtheilen, als«ns dem Zustande und dem Verhältniß der allgemeinen
Sitten,