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Sitten, und ich glaube, daß wenu Tacitus vom Ganzenfein philosophisches Urtheil angeben wollen, er keine an-dere Gedanken davon würde geaussert haben. Da er sichaber blos als Sittenbeschreiber dabey verhalt, und nurüber cinzeine Gegenstände sein Gutachten mit eingestreuethat; so ist dieß Betragen Bürge genug dafür, daß er dieTugend weder verschönert, noch die Laster verstärket habe.Ich werde nachher einige Versuche wagen, und einige Eil-ten der alten Deutschen zu erklären mich bemühen. Ichdenke, es müsse jedem patrioaschen Deutschen angenehmseyn, zu wissen, wie unsere Vorfahren vor so langer Zeit,«ls fast zwey Jahrtausende sind , gelcbct haben. Noch im-mer deucht mich, setzt man bei) der Beschreibung ihrer Sitten,das richtige Verhältniß ihres ganzen Zustandes aus denAugen, und nimmt Züge der Tugend aus ihnen heraus,mahlt sie mit prächtigen Farben aus, ohne nur einmahldaran zu denken, ob sie so ausgemahlt wieder zu den übrigenZügen sich schickten. Jetzt gehe ich zu den, historischen Theildes Tacitischen Buchs über. Er enthielt die Geschichte derVölkerschaften, die vormals das alte Deutschland bcwoh-l,et haben, und Tacitus legt darin Proben von seiner Völ-kerkunde ab, deren rechten Werlh Herr Schiözcr in denAnmerkungen zu Schönings Abhandlungen, von unsermNorden *), nach seiner bekannten historischen Kenntnis,bereits zur Gnüge gezeigt hat. Alt eben den Orten hat erauch den Plan, den Tacitus bey diesem The.il« seines Buchsinsbesondere befolget, beurtheilet, und die grossen Lückenbemerket, die darin anzutreffen sind. Alles dieses aber beySeite gesetzt, so werden zwo Anmerkungen, über die Völ-
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*) A. W. Hist. zi. Th. .