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Und dieses sind die Satze, ,aus welchen ich den Grundvon d^n BchWcii ihrer ganzen Sittlichkeit herleite. Tu«gend und Laster erhalten ihren Werth aus den Beweggrän-den, nach denen sie geübt werden, und der Verfolg wirdzeigen, was man von dem innerlichen Gehalt der Sittenunserer Vorfahren zu halten habe.
Ehe ich diese? aber an besondern Fallen zeigen kann,muß ich zuvor eine Hindernis aus dem Wege räumen, diesonst auf mein System niederfallen, und es gar erdrückenkönnte. In dein ersten Abschnitt habe ich gesagt, das; derHerr Geh. Rath Springer die altdeutschen Sitten noch itztin Weftphaien am richtigsten abgezeichnet finde, und dar-aus wird geschlossen, daß Tacitus bsoß dieses Land vorAugen gehabt, und dessen Sitten auf das ganze Deutsch«land übergetragen habe. Die Beweise sind künstlich aus-gedacht und edel vorgetragen, auch so artig geordnet wor«den, daß ich böse auf den Lipsius bin, wenn er dieses Landso hämisch mitnimmt. Ein Beyspiel, da6 ich nicht ohneUrsache abschreibe, wird uns mit dieser Vcrgleichuug naherbekannt machen. „Der Bauer in Westphalcn, schreibt„ Herr Springer, ruft den Knecht ganz gelassen aus den„Armen der Magd zu einer andern Arbeit ab, sie ant-„ werten alle beyde, mit einer Miene, womit sie zu erkennen„ geben, daß es ihnen gleichgültig sey, diese oder eine an-„ dere Arbeit zu verrichte;,." Zum Grunde dieser Gleich-gültigcett führ! er an, weil die Liebe bey den Wcstphaicrneben so wenig Reiz bis itzt noch habe, als sie bey denalten Deutschen gehabt hat. Ich gebe beydes, Sache undUrsache, zu, ohne daß ich wenigstens einsehe, ivie derHauptsatz dadurch bewiesen wäre. Denn sollte es der
Bauer