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daß cs die zwey übrigen Welttheile verschlingen konnte.Und sollten solche Umstände sich wohl mit der Knaben«liebe vertragen? Weit gefehlt, daß sie ein Mitteldinzwäre, ist sie vielmehr, wenn sie sich ausbreitet, der Todder Bevölkerung. Mir ist es noch immer unbegreirlich,wie Griechenland , in dessen Republiken die Knabcnliebebis zur Statistik empor stieg, bey dieser mächtigen Hinsderniß der Bevölkerung, sich so lange habe erhalten undbeschützen, und noch mehr, wie die Thebai,cr und Kre»tenscr, mit einer kleinen Cohorte, die eben dieser Liebewegen, die geheiligte unüberwindliche hieß, ihre Staatenzur Ucbermacht bringen können? Aeiian. v. hist. 1. z.c. 9. ex ed. A. Gronov. Dem sey ihm aber, wie ihmwolle, so finden wir doch bey unsern Vorfahren nichtdas geriilgste Merkmal von einer solchen statistischen Lie-be. Das Lehrgebäude ihrer Auferziehung ruhete auf an-dern, und dauerhaftem Grundsaulen. Die Liebe zurHeyrath war die Beste des Landes. Mit diesen Gesin-nungen vertragt sich jene Unart gar nicht. Kaum daß sieden Namen der Liebe verdienet.
Die Knabenliebe streitet auch mit dem Begriff ihreeKeuschheit, den ich von ihnen entworfen habe. Sie be-zog sich bloß auf eine gesetzmäßige Verbindung mit bey,den Geschlechtern. Sie hatte aber ein neues Gesetz er-fordert, um ihre politische Zulaßigkeit zu beurtheilen,wenn sie da gewesen wäre. Aber davon stehet in derganzen Geschichte kein Wort. Gewisse Erfahrungen sindihr sogar entgegen. Das Urtheil jenes jungen Deut-schen, der von einem römischen Tribun ergriffen, undjur Duldung dieser Schande gezwungen wurde, hebt den
Streit