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C. C. Tacitus von Deutschlands Lage, Sitten und Völkern : Mit erklärenden Anmerkungen, einigen Ausführungen udn Abhandlungen, und einem geographisch-historischen Wörterbuche / von Johann Heinrich Martin Ernesti, öffentlichem ordentlichem Professor an dem Herzoglichen akademischen Gymnasio Casimiriano zu Coburg
Entstehung
Seite
99
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Zlon vieles mit einander gemein hatten. Sie hatten ei-nerlei Hauptgotthciten; ihr Gottesdienst war in Haupt«fachen nach Einem Modell geformt; sie benennten einigeWochentage nach den Namen verschiedener ihrer Gott-heiten. Der vierte, fünfte, und sechste Wochentag warden Göttern Wodan, Thor, und Freigga gewidmet, undnach ihren Namen nannten sie die Deutschen und Nord-lander 2). Der Ursprung dieser Benennung wirdbey den Sachsen und Anglern in Britannien gesucht,von denen dieselbe zu ihren Landsleuten in Teutsch-land, nnd von diesen zu den nördlichern Völkern gckom-wen seyn soll. Die übrigen Deutschen hatten die sächst-sche und nordische Benennung der Tage nicht angenom-wen. Sie nannten z. V. den Mitwoch und Donnerstagnicht nach den Namen der Götter Wodan und Thor, son-dern den ersten nach seinem Verhältnis zu den übrige^den letztern aber Pfinstag 3;.

In einigen Gegenden Westphalens soll der MitwochNoch itzt Gonadag, nach Wodans Name, gcncnnl wer-den. Die Namen Donnerstag, von Thor, Thür, odeeThunner 4), und Freytag von der Göttin Freigga, wel-che einige für die Hertha des Tacitus halten, haben sichbis auf unsere Zeiten erhalten 5). Genug hievon.

S2 Ich

%) Matth. Weftmonast. Flor. Histor. p. ii\

3) Cluveri Antiquitt. German. I.ib. I. c.iäj

4) Iimii Etymol. Angl. Uiltet dem Wort Tltirsdag. Eckard <Uorigine German, p. 401.

5) Taciius d«. mori German* Cap.XL (