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C. C. Tacitus von Deutschlands Lage, Sitten und Völkern : Mit erklärenden Anmerkungen, einigen Ausführungen udn Abhandlungen, und einem geographisch-historischen Wörterbuche / von Johann Heinrich Martin Ernesti, öffentlichem ordentlichem Professor an dem Herzoglichen akademischen Gymnasio Casimiriano zu Coburg
Entstehung
Seite
110
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einige an Griechenland gränzende Lander gezogen sind, unddaselbst asiatische Mythen ausgebreitet haben / von welchenmehrere in die griechische Mythologie mögen aufgenommenworden seyn 30). Durch einen ahnlichen Weg könnenasiatische Mythen auch zu den nordischen Vöikeni, diewahrscheinlich von den Scythen abstammen, gekommenseyn. Diese Mutbmassung wird sowohl durch die Traditionbestärkt, daß Woben die Asen aus dem Orient nach Nor»den geführt habe, als durch die Acbnlichkcit, welcheeinige Gelehrte zwischen der Sprache und Gebrauche deralten Celten, mit der Sprache und den Gebrauchen derPerser haben finden wollen. So leitet Richardsvn 31) denUrsprung der Ordalia, oder Gottesgerichte, von den ietz»tern ab, und beweist durch Beyspiele, daß diese schon inden ältesten Zeiten bey ihnen bekannt waren.

Die Druiden hatten in ihren Lehrsätzen und in ihretLebensart viel ausserordemlichcs und . auffallendes. Sielebten in Holen und dichten Wäldern. Ihre Lehren hiel-tcn sie geheim, und ihre Schüler mußten nach der Py»thagoräer Art, viele Ia!>re um sie seyn, ehe sie zu demgeheimen Gottesdienst eingeweihet wurden. Unter ihreLehren rechnet man auch die, von Einem Gott. Daß siediese in ihren geheimen Unterricht vorgetragen haben, kannseyn, Volksl-Hrc war sie gewiß nicht. Sie glaubten fer-ner, ihre Götter würden einmal mit der Erde vertilgtwerden. Die Vola nennt diese Periode die Göttcrdamme«rung, und beschreibt sie also:

Ge-

30) @. Miscellanea Berolinensia, Tom. I. p. z. &c.

30 Richards»,, über Sprache, Literatur und Gebrauche I1Wgenländischer Völker, teutsch von Federau. r>,^6.