M ( 47 )
heit/ babe meine vornehmste Bemühimg seyn lassen.
Nun vergönnet mir noch/ Meine Werthefte Zuhörer!daß ich auch'Euch fragen möge/ was denn meine/ zwarschwache und unvollkommene/doch treu und wohl gemeinte/und nur auf euer ewiges Wohlfeyn abgcziclte / mehr alsÄchtzehn-Iahrige Arbeit / vor Nutzen an euren See-len gcfchaffct und hersürgebracht habe?
Wie sehr würde ich mich freuen/und mit wie vielem Ver^gnügen würde ich von dieser Stelle treten / wenn ich wissensolte/ daß meine Arbeit an keiner eintzigen Seele unter euchwäre Unnütz und vergeblich gewesen. Doch dieses wirdwohl eher zu wünschen als zu hosten seyn. Die lange Er-fahrung hat lcyder! zu meinem grösscsten Schmertzcn/ nurallzu klahr gelchret/ wie wenig Nutze durch meine Arbeitan dem grössten Haussen/ in dieser großen und zahlreichenGemeine sey geschassct worden-
Ist schon die Busse zu Gott ohne Unterlaß eingescharffetund'angedrungcn worden: So sind doch die mchresten inihrer Unbußserrigkeit immerdar fortgegangen. Ja es hatdas smwliche Wesen bey den meisten noch von Zeit zu Zeitzugenommen. Pracht und Hochmuth/ Betrug und Unge-rechtigkeiten / Lügen und Falschheit/ Fluchen/ Lastern undVerlaumden/ Hurcrcy und Ehbruch/ Unmaßigkeit/Üppig-keit und Verschwendung / und unzchlige andere Sünden neh-men täglich mehr und mehr übcrhand; wie sehr auch dage-gen ohne Unterlaß geprediget und geeissett worden.
Und eben so Unnütz ist auch unsere Arbeit an euch ge-wesen/ Bürgerliche NahmLhristen! Euch haben wirniemahls überzeugen können/ daß ihr der Busse und Bekehrung nöhtig habt/ weil ihr euch von groben und in dieAugen lauffenoen Lasiern frey wisset; die nothwendige Um-schmeltzung und Vcrandcumg oes Hertzens aber euch cinegantz fremde und unbekmm Sache ist. Ihr seyd alio die
Gejm?"