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Gesunden/ die keines Achtes benöthiget sind; und die Ge-rechten/ die keiner Vusse bedörffen.
Und was sollen wir sagen von denen / die als schnödeHeuchler nur das Auswendige gefeget haben/ und inwen-dig voller Hcncheley und Untugend geblieben sind / gleich denübertünchten Grabern/ die auswendig schön scheinen/ aberinwendig volles Unflats und voller Todten-Gebeine sind;die Gott und Menschen zu verriegen suchen / und unterdessensich selbst am aUerelendeften bctriegen.
Noch etwas mehr Nutze» scheinet unsere Arbeit an de-nen gehabt zu haben/ die von der Notwendigkeit ihrer Be-kehrung und Busse zwar überzeuget geworden/ aber denenes bis Hieher noch an einem völligen Durchbruch gcfthlet hat.Inzwischen wird unser Wcrct ihnen nicht den geringsten wa-ren Nutzen bringen/ so lange sie sich nicht entschlicssen/ derSünde und der Welt den völligen Abschied zu geben/ undsich dem Dienst des HErrn in Auftichtigkeit zu übergeben.Sie werden nur Veynaye-Christen bleiben; und im Fallsie nicht zur würcklichen und gantzlichen Veränderung kom-men/ bey dein Hasen noch Schiffbruch leyden/ und bey derSchwelle des Himmels verlohnn gehen.
Der meiste Nutze solte zwar an denen gejchaffet wor-den seyn / welche in ihrer Jugend unst'rer Unterweisung sindanvertrauet worden. Allein es ist zu bedaurcn / daß unserevielfaltige Mühe anch an den meisten derselben ohne wesent-lichen Nutzen geblieben ist. Indem viele dasjenige / soin langer Zeit und mit vieler Arbeit ihnen von den Gehetm-nüssen der Secligkeit war beygebracht worden/ aus unver-antwortlicher Nachlässigkeit in kurherZeit wiederum verges-sen haben.
Andere haben zwar einen gesunden Begriff der Warheitund des Weges zur Seeligkeit empfangen; unterdessen blei-bet alles dieses Misset: / so lange es nicht geheiliget und bis zurwaren Veränderung des Hertzens durchgedrungen ist / gantz
Unnütz: