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Immanuel Kants Logik : ein Handbuch zu Vorlesungen / [Hrsg.: Gottlob Benjamin Jäsche]
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222
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222 II. Allgemeine Methodenlehre.

Anmerk. i. Wenn cm Begriff innerlich zureichend ist,die Sache zu unterscheiden, so ist er es auch gewißäußerlich; wenn er aber innerlich nicht zureichend ist:so kann er doch blos in gewisser Beziehung äus-serlich zureichend seyn, nemlich in der Vcrgleichungdes Definituws mit andern. Allein die unum»sch ränkte äußere Zulanglichkeit ist ohne die innerenicht möglich.

2. Erfahrungsgcgcnstände erlauben blos Nominalerklä,rungen. Logische Nominal' Definitionen gegebenerVerstandesbegriffe sind von einem Attribut hergenom-men; Real-Definitionen hingegen aus dem Wesender Sache, dem ersten Grunde der Möglichkeit. Dieletztern enthalten also das, was jederzeit der Sachezukommt das Rcalwesen derselben. Bloß v e r-neinendc Definitionen können auch keine Ncal - De-finitionen heißen, weil verneinende Merkmale wohl zurUnterscheidung einer Sache von andern eben so gutdienen können, als bejahende, aber nicht zur Er-kenntniß der Sache ihrer innern Möglichkeit nach.

In Sachen der Moral müssen immer Real. Defi-nitionen gesucht werden; dahin muß alles unserBestreben gerichtet seyn. Real-Definitionen giebtes in der Mathematik; denn die Definition eines will-kührlichen Begriffs ist immer real.

Z. Eine Definition istgenetisch, wenn sie einen Be-griff giebt, durch welchen der Gegenstand a priori inconcrew kann dargestellt werden; dergleichen sindalle mathematische Definitionen»

K. 107.