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Zur Geschichte und Litteratur : aus den Schäzen der Herzoglichen Bibliothek zu Wolfenbüttel / von Gotthold Ephraim Lessing
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So schreibt Iöchcr.Adam Neusie, ein merk-würdiger Apostata, war aus Schwaben gebohrcn, wur-zle in der lutherischen Religion aufcrzogcn, bekannte sichaber nachgehende zu der reformirten, und ging in diePfal?, wo m.m ihn zu Heidelberg bey der Petcrskirchezi'.m Prediger machte. Ungeachtet er viel Fehler ansich hatte, und sonderlich dein Trunke si-hr ergeben war,so brachte er sich doch durch den äußerlichen Schein eines,golcsi'ligen Eifers, und durch seine Beredsamkeit beydem Volke ein ziemliches Ansehn zuwege. Als er aberbey dem Churfürsten von der Pfalz, Friedrich l>I. inUngnade verfiel, ließ ihn selbiger von dieser Kirche weg?nehmen und an die Kirche zum heil. Geist in Heidelberg setzen, allwo man ihm keine andere Amtsverrichtungvnstattcte, als dieFiühbetstunden zu halten. DieseDe-x.gredation verursachte bey ihm einen ungcmeinen Ver^druß, deswegen er sich vornahm, den Socinianismum,dein er schon viel Jahre heimlich zugethan gewesen, znbefördern. Er brachte zu solchem Ende etliche Pfalzissche Prediger auf seine Seite, und bcmühre sich nichtallein mit dein berühmten Socinianer, Giorgio 5?tur»-dram, welcher damals bey dem Woywod^n von Sie?benbürgen Medicus war, eine schriftliche Correspondcnzaufzurichten, sondern auch sich, nebft den Seinigen, in,,des Türkischen Kaysers, Selim U, Schuß zu ergeben»Sein Hauptabsehen lief auf einen Syncretismum zwi,sehen der MalMnetanischen und Pyvtinianischen lehrehinaus. Er ging endlich gar so weit, daß er an denSultan Selim einen Brief schrieb, welcher aber in des.^Churfürsten Hände kam, weswegen er gefangen gen om-

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