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Zur Geschichte und Litteratur : aus den Schäzen der Herzoglichen Bibliothek zu Wolfenbüttel / von Gotthold Ephraim Lessing
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man des Autoris Fürnehmen nicht, so er es nicht geoffenbaret b.it,so ist es nicht müglich, daß man die Sache recht verstehen kann.Darum geschicht mir Gewalt und Unrecht von meinen Widersa-chern , daß sie mir solche meine Briefe ( darinn 'ch mein ?ropoü.tum nicht geoffenbaret hab) auslegen nach ihrem Sinn und Wohl«gefallen.. Halt sich nun die Sache also: dieweil ich, soviel dieDreyfalrigkeit- belangt, irrig war, beschloß ich bey mir alles zuversuchen, bis ich mein bekümmert und verirret Gewissen zufrie«den gestellt hatt. Wie hat nnn dieses sollen geschehen? auf waSWeise? Es ist der Brauch, wenn man an einem Dinge zweifelt,daß man .hinzeucht nnd schickt an diese Ortt, da etwas sich zuge-tragen.hat, und daselbst die Wahrheit erforscht, will man andersder.Sachen gewiß seyn. Dann wir wissen, wie uns der Pabssimmerdar Lügen und.falsche Historien, anstatt der Wahrheit vor-gelegt hat, uud wie. fast er die rechte Wahrheit verboten habe mirFeuer und mit Schwerd. Wie sollte man aber besser können dieWahrheit erfahren von der Dreyfalrigkeit, weder allein an diesemOrt, da sich am allerersten der Hadder und Zwietracht hat zuge-tragen? Nnn hat solche Awietracht am allerersten allhier zu Con-stantinopel angefangen, wie alle Historien bezeugen; so hat sichHrrius also gehalten, wie die Historien melden, daß er dem Kay«ser LonKimtinurn, sammt vielen seiner Nachkommen auf seineMeinung gebracht hat, und sind alle Qr-Xci von dem Pabst zuRom der Dreyfaltig halben in Bann gethan worden, und bleibenauf den heutigen.Tag in des Pabstes Bann. Dann sie bekennennicht, daß der heilige Geist von dem Sohne ausgehe, sondern al-lein von dem Vater. Denn also lautet die Historia: LirWci nonvdeäiuiit Lccleüse RomsnN et Ksbenr, errorss multos, czuitunt cori^emnsti per Lcclesism tc. Romarism, cjuie. äicunt<zuoä 8piritU8 s-mKus non procLäit a ?ilic>, seci s?gtre solum;etism clicunt, <zuoä non eli purAtttoi-ium, kjzec lunt verbs^likori-s. Wenn nun , nach der Griechen Meinung, der heiligeGeist nicht von dem Sohne, sondern von dem Bater ausgeht, sofolgt, daß Christus nicht gleicher Gott mit dem Vater ist, denn»er heil. Geist geht ja allein ans von dem lebendigen einigen Gott.

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