berstlbigen Aeit beklagt, daß man eines solchen Sigills Mangel,auch nit dazumal, da ich im Gefängniß gewesen bin. Au dem,welcher Goldschmidt oder Meister würd mir eines solchen Churfür«steu Sigill dmfen machen, wenn ichs gleich an einen begehrt hät-te? oder wo ist ein solcher, der es gemacht gehabt habe? Warnmhabe ich keinen Briefs in des Churfürsten Namen geschrieben? Wohab ich ein solches Stgill gelassen? Wann ich schuldig wäre, sowürd ich mich an diesen Orten, da ich jetzt bin, solches nicht schä»meu dörffen; jetzund konnt ich meiner Widersacher spotten. AberGott im Himmel ist mein Zeug, daß mir in solcher Sache vonmeinen Widersachern Gewalt und Unrecht geschicht. Habe ich einfalsches Sigill des Churfürsten gehabt, so hat er mirs selbst ge-schickt, denn ich von keinen andern versiegelten Briefs weiß nochschreib, weder allein von diesem den er mir des Banns halben ge-schrieben hatt. Lieber Gott, wie ist das imqua interprerstio.Denn wäre das nit unfreundlich ausgelegt, wenn ein Bürger-meister einem ein Brief hätt geschrieben, lind mit seinem Sigillversiegelt; dieser aber, so der Brief geschrieben ist, schicket solchendes Bürgermeisters Brief einem andern, und schrieb darneben also,Mcto tilzi lirerss ii^illo conlulis munirzs: wenn man einensolchen sein Schreiben also wollt auslegen, als spräch er, ich ha-be.des Lorisulis Sigill, sein Pittschiiuug bekommen, und siegeltdamit, oder, ich schicke dir des Lonfulis Pittschirring; wär dasnit, sprich ich, unfreundlich gehandelt und ausgelegt? Aber Gott ,der solches siehet und weiß, wird solches wohl an ihnen straffen.
Weiter, mein lieber Landsmann, vermahnet Ihr mich auch,daß ich mich trösten soll der Gnaden und Barmherzigkeit Gottes,wo ich der Lehr halben wäre irr gegangen. Darauf sollt ihr wis-sen , daß ich an solchem gar keinen Mangel (Gott sey Lob!) leide.Denn ich kenne meinen Gott, und weiß, daß er mich aus <o vielTrübsal errettet hatt, wird es auch hinfort thun. Mich erfreuetnichts höheres, denn daß ich gegen meinen Gott ein rein Herz undgewissen Geist hab behalten, und bin vergewissert, daß ich einFreund und kein Feind Gottes ftp. Dann mein Gewissen, wl»
Johanne«