( 144 )
Johannes lehrt I. z. ist mir stärker und grösser, denn der ganzenWelt Zeugniß, und was ich zu Heydelberg begehrt habe, der Lehrund sonderlich der Dreyfaltigkeit halben von Ario, von solchem istmir Gott Lob ein Genüge geschehen. Ich hab auch vetustiMmsLxemplsrl» novi l'eüsmenti vor dieser Zeit in Siebenbürgen geschickt nisnutcripta, welche ich wollt, daß ihr sie sehen solltet.Ich glanb, daß solche Lxemplaria nicht sehr lang nach ChristiGeburtt seyn geschrieben worden.
Soviel natürliche Lieb belangt, darum Ihr mir schreibt, solltIhr und könnet wissen, daß ich ein Mensch und kein Holz oderStein bin. Derhalben solches, (daß ich die Meinen hab müssenverlassen) niemands mehr bekümmert, denn mich. Aber was warden Meinen damit geholfen gewcst, daß ich zu Heydelberg bey ih-nen wär geblieben, und mich hatt lassen crtödtcn. Denn hättensie je gar keine Hoffnung mehr können haben. Bitt ich euch auchvon der alten Kundschaft wegen, Ihr wollt helffen und rathen,daß mein Sohn aus dem Gefängniß erlediget werde, nnd wollt»hin sagen, daß er sich forthin in keinen Weg unterstehe, zu mirZu kommen. Dann solches ist ihm unmüglich; er würd gefangenund verkaufst, und könnt nit mehr ledig werden. Denn es istnitalso hierinnen ein Land zu wandern, als wie in Teutschland. Thnemich auch fleißig gegen Euch bedanken, daß Ihr mir, wie ich anseurem Briefs verstehe, begehret Lieb und Freundschaft zn erzeigen.So ihr wißt und erfahren könnt, wie es um die Meinen zu Hey-delberg ein Gestalt hat, thut mirs zn wissen. Hiermit befiehl ichEuch, sampt allen den Euren, dem lieben Gott. Datum zu Con-stantinopel am Mittewoche vor Ostern Hnno Oomini 1574.
Euer tandömann
Grüßt mir den Herrn D. Lratto, welcher, wieich verstehe, Eure Brieff überantwortet hat.
i..7!:?.-.'j«L