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Zur Geschichte und Litteratur : aus den Schäzen der Herzoglichen Bibliothek zu Wolfenbüttel / von Gotthold Ephraim Lessing
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Äor unserer Abschrift stehet von einer jungcrnHandgeschrieben: Intelicislimi terque cjunrercjue ^poll^laser Ki-imelucae ^<?M» ^e«/^»-» scriptum, in quo peslimaiicic et conlcienriii lepros» lu»m mlroritim n n rsr. Ichwüßte sv nicht zu urtheilen. Apostat und Mameluke soviclmal, als man will! Aber der Brief ist doch wayrlichmit einer Kaltblütigkeit und Ruhe geschrieben, die nichlsweniger als ein wundes und peinigendes Gewissen ver-räth ; und was die pesiimam Käem anbelangt, sv möchteich gerade das Gegentheil behaupten. Kleine Beschöni-gungen seines gethanen Schritts erlaubt sich Neuftr al-lerdings: und wer kann ihm diese verdenken? A^ein dieFakta, welche er erzählet, haben doch alle das so vollkom-mene Ansehen der Glaubwürdigkeit; stimmen alle mitdem, was man von den damaligen öffentlichen politischenAngelegenheiten aus andern Quellen weiß, so gänzlich ü-berein; finden sich zum Theil selbst durch das Vorgebenseiner Gegner, unvermerkt und wider ihren Willen, sodeutlich bestärkt: daß die pcslima lictes vielmehr auf diesezurückfallen würde, wenn unrichtige Erzählungen eben noth-wendig alle peslimüm rmem zum Grunde haben müßten,und der Mensch nicht öfters, auch mit dem festesten Vor-satze, die lautere Wahrheit zu sagen, oder zu schreiben,sich und die Welt belügen könnte»

Um dieses nicht in den Wind gesagt zu haben, kom-me ich auf die zwey Punkte zurück, auf die ich, besonderszu achten, meinen Lesern vorläufig empfohlen habe. Ichrede von dem zweyten zuerst; well er der «nbetrachtli-

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