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Er suchte nichts, als mit guter Weift heraus zu kom-men. Wenn hier i.eibnißcn nicht sein eigenes Genie ver-führt hat, nach welchem er sich ein jedes Ding gleich inseinem allerwritestcn Umfange dachte, und überall Planund Absichten wahrnahm, wo deren nur immer waren,oder seyn konnten: so mußte er sich eine solche Idee vonNeusern lediglich aus der Strenge abftrah.ret haben, mitwelcher man gegen Ncuscrs Genossen verfahren war. Erkonnte diese Strenge ohne Zweifel nicht mit dem blossenVorsatze, zu den Türken zu fliehen, reimen; er verstärk-te sich also den Grund dazu in seiner Einbildung durchwirkliche Thatsachen, und dachte folglich, nach seiner Ge-wohnheit, auch da sehr dündig, wo er nicht ganz rich-riZ dachte.
10. Ich bin gar nicht Willens, jedes geringere Ver-sehen zu rügen, welches dieser und jener bey Erzählungder Neuserschcn Schicksale gemacht hat. Ich jage alsoz. E. nichts davon, daß L.aurcrbacv (") den .'.ohann Si-Sivmund, welcher seinen Gesandten nach Speyer schickte, einen Barhori nennt; und so viele andere Un-xichtigkeiten theils nachschreibet, theils zu erst begehet.Nur eine» die jedoch diesem Schriftsteller noch am wenig-sten zu Schulden kömmt, kann ich anzumerken nicht un-terlassen. Diese nehmlich, daß man durchgeheudö Neu-sern einen Socinianer nennt. Thut man d'efes in derAbsicht, die Socinianer desto verhaßter zu machen: soist es Bosheit. Thut man es aber, um in aller Einfaltdamit anzuzeigen, für wessen Schüler und Anhänger man
Neusern
(*) In seinem polmschen Arianischen Locimsmtmus;-1728 in 8.