„gesehn haben, wenn man Christi eigene Lehre nicht von„der Lehre der Apostel und Kirchenvater absondern, und„allein beybehalten wollte, so liesse sich das apostolische„und nachmals immer weiter ausgeartete Christenthum„mit keinen Künstclcyen und Wendungen mehr retten.„Die reine Lehre Christi, welche aus seinem eigenen„Munde geflossen ist, so fern dieselbe nicht besonders in„das Zudenthum einschlagt, sondern allgemein werden„kann, enthält nichts als eine vernünftige praktische Re-ligion. Folglich würde ein jeder vernünftiger Mensch,„wenn es einer Benennung der Religion brauchte, sich„von Herzen christlich nennen. Und vielleicht haben die-jenigen bey den Corinthern , welche weder paulisch, noch„apollisch, noch kefisch, sondern christlich hcissen wollten,„solche Reinigkeit der Lehre Christi, ohne alle Ausatze„dieser und jener Apostel, dadurch bekannt. Eben diese„Lehre würde anch noch christisch geblieben seyn, wenn„man sie nach eben denselben Grundsätzen weiter ansge-„fichrt und zu einer vollständigen Unterweisung der Got-tesfurcht, Pflicht und Tugend, gemacht hätte. Sobald„aber die Apostel ansingen, ihr jüdisches System von„dem Messias und von der Göttlichkeit der Schriften„Mosis und der Propheten, mit hinein zu mischen, und„auf diesen Grund ein gehcimnißvolles neues System„zu bauen: so konnte diese Religion nicht mehr allgemein„werden. Der Glaube, worauf sie sich stützte, erfvdcrte„zuviel Beweis, als daß ihn ein jeder, aller Orten, und„zu allen Zeiten, mit genügsamer Einsicht und Ucberfüh-„rung hätte annehmen, oder auch von Einwürfen und„Anstössen bcfreycn können. Sollte es aber ein blinder
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