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z,Glaube, ohne Einsicht und Ucbcrführung seyn: so muß«„te er nothwendig die Vernunft ganzlich schweigen heißen„und unterdrücken. Und darauf legten es schon die A««postel an; die denn auch, weil sie ihr eignet« Glaubens-„systcm nicht völlig überdacht, und nach allen Gnmdar-,,tikcln Zureichend bestimmt hatten, ihren Nachkommen».Gelegenheit gab<m, immer mehrere Glaubensbücher,«Geheimnisse, Ceremonien und Glaubcnsformeln zu stift„ten, und sich dabey aufS äusserste unter einander zu vcr-„ketzern; auch wenn der Apostel ihre Schriften nicht ge-„nugsam den Streit entscheiden, ein Ncbenprineipium„der Tradition, und des päpstischen Ausspruchcö cinzu?„führen. Da man bey dem allzu grob gewordenen Abfall,,dcs Christenthums zum Aberglauben, eine Reformation„ansicng; konnte man doch nicht einig werden, wie,,viel von den unsaubern Schlacken wegzuwerfen wäre.„Der eine näherte sich der Vernunft mehr als der andre;„und beide doch nicht genug, daß es gegen die Einwürfe„der sogenannten Deisten und Naturalisten bestehen konn-z,te. Daher haben einige Theolog!, wie gesagt, daZ.„Christenthum, was die Glaubenssätze und Principia„betrift, noch weiter nach der Vernunft zu bequemen gc-„sucht, um es auf solche Weise von seinem gänzlichen.„Falle zu retten, und den; denkenden Menfchen unanstöft„sig zu macheu. Ich zweifle aber fast, ob nach dieser„Methode von dem Christenthum,: viel mehr nachbleibensiwerde, als der blosse Name. Wenigstens haben die.,,mehrsten Theolog! aller Sekten solche Vereinigung des.„Glaubens mit der Vernunft, für eine wirkliche Aufhe-bung aller Glaubenslehren angesehen, und mit allen.
Kräften