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„Kräften dahin gestrebt, dasi bey aller übrigen Toleranz^irrgläubiger und phantastischer Christen, ja der Juden„und Heiden, nur die Ariancr und Sveinianer nirgend,,in der Christenheit aufkommen und geduldet werden„möchten, wovon keine andre Ursache seyn kann, als weil„Arianer und Socinianer eine fast gänzlich vernünftige» Religion haben, welche ihnen ein Dorn in den Augen„ist; da jene Ketzer, Fanatici, Juden, Türken, Heiden,„bey allen übrigen Irrthümern doch noch dies Verdienst,,an sich haben, daß sie etwas glauben. Was sie denn„glauben, davon ist bey der Toleranz die Frage nicht;„genug sie glauben doch, und folgen der Vernunft nicht.„Siehe dann, weil der gesunden Vernunft alle Wege ver-sperrt worden, Gott nach ihrer Einsicht, unter einem„angenommenen Christennamen zu verehren, so hat sie„eS endlich wagen müssen, sich blos zu geben, und rein„heraus zu sagen: nein es ist wahr, wir glauben das„nicht, was das heutige Christenthum zu glauben ver-langt, und können es aus wichtigen Ursachen nicht glan-„bcn; dennoch sind wir keine ruchlosen Leute, sondern be-suchen uns, Gott nach einer vernünftigen Erkenntniß„demüthigst zn verehren, unsern Nächsten aufrichtig und„thätig zu lieben, die Pflichten eines rechtschaffnen Bür-„gcrs redlich zu erfüllen, und in allen Stücken tugend-haft zu wandeln. Was haben nun die Vorsteher der„christlichen Glaubenslehren noch für Rath übrig, da die„Menschen so frech geworden sind, öffentlich zu bekennen,„daß sie von keiner andern Religion als von der vernünf-„tigcn überführt sind? Was sür Rath? Sie verdoppeln„ihren Eifer und wenden alle Beredsamkeit an, zuvor-
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