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„derst den gemeinen Mann, hicnachst die Obrigkeit, in„gleichen Eifer zu setzen. Da klagen wir es den Ge-„meinen und christglanbigen Seelen, daß jetzt der Un-„glaube und die Freidenkerey von Tage zu Tage mehr„einreiste, und als der Krebs um sich fresse, daß hie und„da so viele Unchristcn, Naturalisten, Deistcn,Religions-„spötter und Gotteslästerer entstehen, die Gottes Wort„Lügen strafen, Christi Verdienst mit Füssen treten, Kir-„che und Abendmahl verachten, ja wohl gar ihren Gift„in verwegnen Schriften ausstreuen, oder daß auch selbst„unter denen, die alle ausscrliche Gnadcnmittcl des Chri-„stenthums gebrauchen, manche Heuchler, und in ihrem„Herzen blosse Unchristen, und höchstens nichts als ver-nünftige Heiden, sind. Das ist den Ohren des blind-„glaubigen Pöbels eine Posaune, welche die Rcligions-„gefahr ankündigt, und ihm Haß und Verfolgung wie-„der alle, die nicht glauben wollen, einblaset. Denn der Pö?,,bcl glaubt so kräftig, daß er sich wohl auf seinen Glau-„ben todtschlagen liesse, und andre gern todtschlüge, die„das nicht glauben was er glaubt. So bringen sie dennzur Unterdrückung der vernünftigen Religion, ein gan-„zes Heer fürchterlicher Streiter auf die Veine, und die„Obrigkeit muß nunmehr, als Beschützerin des Glau-bens, die sreydcnkerischcn Schriften in den Buchladcnbey» grosser Strafe verbieten, und durch des Scharfrichters„Hand verbrennen lassen; wo nicht die entdeckreu Ver-fasser gar vom Amte gesetzt, oder ins Gefängniß ge-„brachr, oder ins Elend verwiesen werden. Dann macht„man sich über die gottlosen Schriften her, und widerlegt„sie in aller Sicherheit, nach theologischer Weise. Die
„Heu-