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Zur Geschichte und Litteratur : aus den Schäzen der Herzoglichen Bibliothek zu Wolfenbüttel / von Gotthold Ephraim Lessing
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derst den gemeinen Mann, hicnachst die Obrigkeit, ingleichen Eifer zu setzen. Da klagen wir es den Ge-meinen und christglanbigen Seelen, daß jetzt der Un-glaube und die Freidenkerey von Tage zu Tage mehreinreiste, und als der Krebs um sich fresse, daß hie undda so viele Unchristcn, Naturalisten, Deistcn,Religions-spötter und Gotteslästerer entstehen, die Gottes WortLügen strafen, Christi Verdienst mit Füssen treten, Kir-che und Abendmahl verachten, ja wohl gar ihren Giftin verwegnen Schriften ausstreuen, oder daß auch selbstunter denen, die alle ausscrliche Gnadcnmittcl des Chri-stenthums gebrauchen, manche Heuchler, und in ihremHerzen blosse Unchristen, und höchstens nichts als ver-nünftige Heiden, sind. Das ist den Ohren des blind-glaubigen Pöbels eine Posaune, welche die Rcligions-gefahr ankündigt, und ihm Haß und Verfolgung wie-der alle, die nicht glauben wollen, einblaset. Denn der?,,bcl glaubt so kräftig, daß er sich wohl auf seinen Glau-ben todtschlagen liesse, und andre gern todtschlüge, diedas nicht glauben was er glaubt. So bringen sie dennzur Unterdrückung der vernünftigen Religion, ein gan-zes Heer fürchterlicher Streiter auf die Veine, und dieObrigkeit muß nunmehr, als Beschützerin des Glau-bens, die sreydcnkerischcn Schriften in den Buchladcnbey» grosser Strafe verbieten, und durch des ScharfrichtersHand verbrennen lassen; wo nicht die entdeckreu Ver-fasser gar vom Amte gesetzt, oder ins Gefängniß ge-brachr, oder ins Elend verwiesen werden. Dann machtman sich über die gottlosen Schriften her, und widerlegtsie in aller Sicherheit, nach theologischer Weise. Die

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