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Zur Geschichte und Litteratur : aus den Schäzen der Herzoglichen Bibliothek zu Wolfenbüttel / von Gotthold Ephraim Lessing
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Da ich nun aber bereits schon zweyer Handschriftenunserer Bibliothek von diesen Boncrschcn Fabeln, (wieich hoffe, daß man sie mm künftig nennen wird) gedachthabe, und sie auch noch eine dritte nnd eine vierte besitzt:so muß ich wohl vor allen Dingen erst einige nähere Nach-richt von ihnen insgesamt ertheilen; bevor ich, was ichnoch von den Fabeln selbst anzumerken habe, und woraufmich zum Theil diese meine zweyte Entdeckung gebrachthat, anökrame.

Die erste also, welches diejenige seyn mag, dieGottsched gebrauchthat, ist von ihm hinlänglich beschrie-ben. Ich darf nur noch hinzu setzen, daß von den 90 Ka-piteln oder Fabeln, welche sie zählt, (die sie aber langenicht alle mehr enthalt) die ersten 84 in der Ausgabe derSchweitzer vorkommen, die letzten scchse aber die nehm-lichen sind, welche ich aus dem Bamberger alten Druckemitgetheilet habe, uud sich hier bald besser bald schlechterlesen lassen. Damit man hiervon einigermassen selbst.Zugleich auch von dem Dialekte urtheilen könne, in wel-chem die ganze Handschrift abgefaßt ist, will ich die eine,nehmlich die 88te daraus hersetzen. Sie ist überschrieben;

Von unwerdem Ampt.A)on einem Bischoff lisi man dasDas er in hohen eren saßGelertter Pfaffen hett er vilSein wirdigkeit was one zilZ. Nu hctte er einen Junglingk

Bey im der was seines vettern kintDes was der Bischoff gar wol gemintEr hettc auch einen weisen manAu Ertzbricher gesell hindan

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