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Zur Geschichte und Litteratur : aus den Schäzen der Herzoglichen Bibliothek zu Wolfenbüttel / von Gotthold Ephraim Lessing
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Nu het er einen jungling

Einen schuler kundig auf alle ding

Bey einem das was seines Vettern kint;

und dieses versiehe ich so, daß bey einem, worauf einKomma zu denken, hier so viel heißen soll, als ausser ei-nem, in welchem Verstände die Partikel bey von Schrift-stellern damaliger Zeit häufig gebraucht wird. Das ist:der junge Mensch, welcher des Bischofs Anverwandterwar, war in der That auch nicht ungeschickt: er wußtevielmehr alles und jedes gerade, wie manche unsrerheutigen theologischen Kandidaten nur freylich Einesnicbr, worauf es doch auch ein wenig mit ankam; erwußte alles, nur das eine nicht, was zu einem Seelen-sorger gehöre. Zch will nicht hoffen, daß ich den al-ten Dichter hiermit zu witzig mache. Aber ganz ge-wiß ist die, in der so weit guten zweyten Handschrist,gleich darauf folgende Zeile,

Der war den pischoff lip über alle dinck,dafür von ihm nicht: sondern die liest nun wiederum dieerste Handschrift oder die gedruckte Bamberger Ausgabebesser. Daß hiernachst die zte und Z8te Zeile der zweytenHandschrift leere Flickzeilen sind; daß das Wort versor-gen in der 6ten eben derselben, für sich aller Ssrgeencschlagen, als welches auch die erste Handschrist er-kennet, das wahre echte Wort sey; daß die zwey letztenZeilen des Bamberger Druckes, so wie die vier letztenZeilen unsrer zweyten Handschrift, leere und schaale An-hange der Abschreiber sind: braucht keines langen Be-weises. Doch warum halte ich mich bey diesen einzelnKleinigkeiten auf, und versuche es nicht lieber sogleich,wie aus allen drey Texten, ein vierter gezogen werden

könne.