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Zur Geschichte und Litteratur : aus den Schäzen der Herzoglichen Bibliothek zu Wolfenbüttel / von Gotthold Ephraim Lessing
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( I? )

könne, der sich ohne allen Anstoß noch itzt lesen lasse, ohnealeichwohl niodernisiret zu seyn, oder nur ein einzigesWort zn enthalten, welches nicht den einen oder den an-dern Tert für sich habe. Er würde etwa so aussehen,dieser Versuch!

Aon einem Bischof liest man das:

Daß er in hohen Ehren saß;

Gelehrter Pfaffen Herr er viel.

Sein Wirdigkeit was ohn All.Z. Nun Herr er einen Jüngling,

Einen Schüler kundig auf alle ding

Bey einem, das was seines Vettern Kind,

Des was der Bischof gar gewinnt.

Er Herr auch einen weisen Mann10. Au Erztpricster gesetzt hintan.

Nun fügt es sich auf einen Tag,

Daß der Erzrpriestcr siech lag.

Und also siech was, daß er starb.

Der Jüngling um das Ampt warb.15. Der Bischof thet als er begert.

Doch des Amptes was er unwerth.

Darnach nicht lange ward gespart.

Dem Bischof gesendet ward

Ein Korp, was guter Birnen voll;20. Des danket er dem Boten wohl.

Gar lieb was ihm dis Gesandt.

Au deu Seinen sprach er zuhanb:

Wem mag ich getrauen wohl.

Der mir der Biru hüten soll?25. Würde mir der Birn eine verlorn.

Das wär mir nit ein kleiner Aorn.

Zu dem Jünglinge sprach er do:

Mich duukt, du seyst zn dünn dazu.

Der Birn ich dir getrauen soll?Ao. Ein bessern Hüter finde ich wobl.

V Ach