mich hier zu weit von meinem Wege, und ich erkläre michanderweits darüber genauer. —
Unsere zweyte Handschrist selbst, aus welcher wirschon die Probe gesehen, verdient in allem Betracht die er-ste zu heißen. Es ist eben die, aus welcher ich gleichfallsschon den Epilog mitgetheilet, der uns den wahren Na-men des Dichters angiebt. Sie ist ein ziemlich großerund starkem papierner Foliant, der aber hauffig mit per-gamenen Mattern untermengt ist, wie man das bey deut-schen Handschriften des iHten und izten Jahrhundertsnicht selten findet. Aus den Grenzen dieser beiden Jahr-hunderte mag sie denn auch wohl seyn: und wer weiß, obnoch? Denn die Hand ist würklich leserlicher und zierlicher,als die Hand der ersten Handschrift, die nach GottschedsAngabe, wie wir gesehen, von 1402 seyn soll (^). DieSchrift, versteht sich, ist Kanzeley, und kömmt der Schriftin unsern ältesten deutschen Drucken sehr nahe. Es ist al-so auch nicht eigentlich das Alter, welches ihren Vorzug aus-macht: sondern die Vollständigkeit und der Reichthuman bessern Lesarten. Zwar enthält sie auch nicht allehundert Fabeln, aus welchen das Werk bestanden; son-dern nur sechs und neunzig, und hatte Anfangs derengar nur fünf und achtzig enthalten, indem nach derfünf und achzigsten der Epilogus folgt , und die übrigeneilfe von einer andern Hand nachgetragen sind. Unterdiesen sechs und neunzig Fabeln befinden sich sieben, wel-che in der Ausgabe der Schweizer fehlen; aber unter die-sen sieben ist nur eine einzige, welche nicht auch aus dem
alten
Denn ich möchte nicht darauf wetten, daß er richtig gele-sen; worüber der Augenschein das nähere belehret.