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Wahrheit eines so treuherzigen Bekenntnisses zu zweifele„Daß nun gesagt wird, schreibt er an einem Orte, woer den deutschen Ursprung der bekannten Fabel vomMüller und seinem Sohne, gegen französische Ansprü-che erharten will, „es habe der von Riedenburg diese„Fabeln nur ans dem Latein übersetzt, ist freylich von den,,meisten wahr, die aus altern Fabeldichtern entlehnet„worden. Es ist aber augenscheinlich, daß viele, ja fast„die Hälfte, aus keinem itztbekannten altern Fabeldichter„genommen, sondern von ursprünglich deutscher Erftn-„dnng sind.,, Es ist keinem ehrlichen Manne zu verden-ken, wenn er keine grosse Belescnheit in den alten Fabel-dichtern hat; er muß aber auch nur nicht thun, als ober sie hatte. Die Wahrheit ist diese: daß drey Vicr-rheil von unsern alten deutschen Fabeln aus zwey ganzbekannten alten lateinischen Fabeldichtern genommen sind,und ich von den übrigen fünf und zwanzig, wenigstensachtzehn in Büchern nachweisen kann, die, aller Wahr-scheinlichkeit nach, älter, als unsere Fabeln sind. Obaber dem ungeachtet die anderwcils entlehnten 25 Fabeüinicht gleichwohl größten Theils deutscher Erfindung sind,das ist eine andere Frage, die sich freylich eher noch be-jaen läßt. Denn die alten Bücher, in welchen ich sienachweisen kann, sind wenigstens in Deutschland geschrie-ben. Aber was thut das unserm Dichter, der ja nichteinmal etwas anders seyn will, als Uebersetzer?
Und zwar sind die zwey alten lateinischen Fabeldich-ter, ans welchen unser Dichter vornehmlich geschöpft hat,der sogenannte Anonymus des Nevelct, und Avianns.Zeuer Anonymus, habe ich anderwärts erwiesen, ist
nichts