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Zur Geschichte und Litteratur : aus den Schäzen der Herzoglichen Bibliothek zu Wolfenbüttel / von Gotthold Ephraim Lessing
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lateinische Endung zu geben, erst um diese Zeit aufgekom,inen ist; als der Vorlauffer der noch pedantischer» Sitte,ihn nach seiner Bedeutung in eine gelehrte Sprache zuübersetzen , welche gegen das sechzehnte Jahrhundert undweiter hin, so annehmlich befunden wurde.

Nachschrift.

^ch darf diese zweyte Entdeckung, über die soge-nannten Fabeln aus den Zeiten der Minnesinger,nicht in die Welt schicken, ohne Gorrscheden, mit demich es so vielfaltig darinu zu thun habe, eine Gerechtig-keit zu erzeigen, die er sich selbst wiedcrfahren zu lassen,wenn er noch lebte, ohne Zweifel nicht crmangeln würde.Ich habe nehmlich geglaubt, daß er von unsern Hand-schriften dieser Fabeln nicht mehr wisse, als er gele-gentlich im Brachmond 1756. seines Neuesten ausder anmurhigen Gelehrsamkeit, beybringen wollen.Nun aber finde ich, leider zu spat, daß er schon zehnJahre vorher ein Programm» c!e cmibusciam ?KiIolo-pKiT ^loralis ar- Qermgnos snricmiores speciminitzu8geschrieben, aus welchem zu ersehen, daß er auch den al-ten Bamberger Druck gekannt, von welchem ich am er-sten anzumerken geglaubt, daß er die nehmlichen Fabelnenthalte, welche Scherz zu allererst herauszugeben vcr-mcynte. Wie nachlassig er aber diese Entdeckung genutzt;wie sorglos er eben daselbst nicht nur die Fehler in An-sehung unserer Handschrift begangen , die ich an seinemNeuesten gerügt, sondern auch wie viel plumper diese

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