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beiden Fabeln, den prosaischen sowol als den elegieischen,gegeben worden, habe ich schon gesagt. Auf Veranlas-sung der alten Fabelbücher nämlich, in welchen die elesgicischen, so weit sie langten, den prosaischen unterge-ordnet waren, wie in dem Gremhörveischest zu sehen.Vielleicht aber daß selbst Christ von diesem keine klareIdee hatte, indem ihm überhaupt bey seiner Nachricbtso viele Bücher selbst nicht vor Augen gewesen. Wenig-stens kann es nur auS dieser Ursache geschehen seyn, daßer zwey deutsche Schriftsteller mit einander verwechselthat, von welchen sich unsere gedruckte Litteratur so zu re-den anfangt, und die sich beide um unsere Sprache imfünfzehnten Jahrhunderte so verdient gemacht haben, daßihr Andenken wohl erneuert zu werden verdienet, welchesschwerlich aus einer Bibliothek vollständiger geschehenkann, als aus unserer. Nämlich Heinrich Srcinho-N>eln selbst, der ein Arzt in Ulm und von N?e>ol gebür-tig war, mit Niklas von VV'sle, der Canzler beydem Grafen Ulrich von Wirtenberg, und aus Eßlingen gewesen. Eines jeden besondere Schriften sollen ein an-dermal angezeigt werden.
IHt bleibe ich blos bey der Hauptsache stehen, diedas Urtheil betrifft, welches Christ über den classischenWerth unsers Anonymus ausspricht. Wenn dieses Ur-theil sehr gemäßiget zu seyn scheint, indem es gleichsamzwischen den Meynungen des Barrh und I. <L. Gcali-ger mitten inne liegt, so ist es doch darum nicht minderparadox, indem es der Rangordnung, nach welcher mangewöhnlich die spätern römischen Autores auf einanderfolgen läßt, so gewaltig widerspricht» Aus einem bar-
D Z barischen-