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Zur Geschichte und Litteratur : aus den Schäzen der Herzoglichen Bibliothek zu Wolfenbüttel / von Gotthold Ephraim Lessing
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praenominis liteisg nennt. Sie sollen wol gewißnichts anders bedeuten, als: L-»// ^/r/c«/ oder //^-»ie«//.

Doch, cs ist Zeit, auf den ungenannten Verfasserder elegischen Fabeln wieder zurück zu kommen. In derwolftnbüttelfchen Bibliothek sind zwey Handschriften vonihm befindlich, die beyde schon von dem sel. Messingin diesen Beytragen^), bey Gelegenheit einer Anfragewegen des Theoduius, beschrieben sind. Es sind dieerste und drirre der daselbst erwähnten Handschriften»Nur in der Würdigung ihres Alters möchte ich der drit-ten vor der ersten einen beträchtlichen Vorzug geben, unddiese lieber als jene in daS zwölfte Jahrhundert setzen;da mir hingegen die erste wenigstens um zweyhundertJahre jünger zu seyn scheint. Jener dritten lasse ich daherauch hier den Vorrang. Sie enthalt gleich Anfangs dieFabeln unsers Anonymus, bloß mit der Urberschrift:

//^F?' ^ojoFo»'«??/ F/a/"'. Bis zur fünf und dreyßig-stcn gehen die Fabeln in eben der Ordnung fort, wie beymZ7?eve!er; die Z7ste aber steht in dieser Handschrift vorder sechs und dreyßigsten; und die ZZste erst nach der4?sten. Auf die letzte, sechzigste, Fabel folgen dannnoch zwey andere, die sich weder in dem alten Zemeri-sehen Abdrucke, noch beym Ncveler, finden, wahr-scheinlich also noch nicht gedruckt, und vielleicht in weni-gen oder gar keinen andern Handschriften, auch in unsrerzweyten nicht, befindlich sind. Antriebs genug, sie hiereinzurücken. Beyde sind auch dadurch merkwürdig, daß

*) St. I. S. 249. f.

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