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Zur Geschichte und Litteratur : aus den Schäzen der Herzoglichen Bibliothek zu Wolfenbüttel / von Gotthold Ephraim Lessing
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fünfzehn dergleichen Blätter, die meistens zwey über einsander stehende Gemählde enthalten; einige bestehen auchaus drey oder vier abgetheilten Feldern; so, daß aufdie-sen fünfzehn Blättern überhaupt vier und dreyßig einzelneVorstellungen befindlich sind. Reicher an solchen Ge-mählden ist der zweyte Theil des Gedichts, ob sie gleichnur bis gegen die Mitte desselben gehen. Ihrer sind oftzwey Blätter unmittelbar beysammen. Die ganze Anzahldieser letztem belauft sich auf 26; und der Gemählde selbstsind doppelt so viel; denn jedes Blatt hat zwey Felder»Der größern letzten Halste des zweyten, und dem ganzendritten Thulc des Gedichts sind gar keine beygefügt.

Ueberhaupt haben unsre Mahlereyen, nach der vonHrn. C. gegebenen Beschreibung in der Ankündigung desGedickts, und der auf der ersten Seite desselben vorgeleg-ten Probe, zu urtheilen, mehr Umfang und Ausführlich-keit, als die in der casselischen Handschrift befindlichen,die keine besondre Blätter füllen, sondern nur an ihremOrte in den Text eingeschaltet sind. Die unfrigen habenein stark auf^etragnes, grüßtcnthcils noch ungemein leb-haftes, Kolorit, und samtlich einen dunkelblauen Hin-tergrund , der in einigen, vornehmlich im zweyten Theiledes Gedichts, etwas verwischt ist. Die meisten sind mitFiguren und Nebcnwerk überladen, besonders die, welcheGefechte und Thurnierc vorstellen; aber richtige Zeichnung,Charakter, Anordnung und Perspcknv sucht man hierfreylich vergebens. Für das Kostüme des Zeitalters, die da-malige Bauart, Kleidertrachten und Kriegsrüstungen, ha-ben sie allerdings noch einige Erheblichkeit. Gold ist nichsehr daran verschwendet; nur hie und da sindetsichs, sehr

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