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Zur Geschichte und Litteratur : aus den Schäzen der Herzoglichen Bibliothek zu Wolfenbüttel / von Gotthold Ephraim Lessing
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und enthält noch ") zwey andere Heldengedichte, nämlich,,vom Markgrafen von Oranirsch, und vom starkenRennervarr, welche damit auch in einer casselschenund wienerschen Handschrift zusammengeschrieben sind.Der wolfenbüttelsche Codex ist auss zierlichste und präch-tigste aeschrieben, mit einer Menge schön gemahller An-fangsbuchstaben, und vielen großen mit Gold geziertenBildern, welche die Begebenheiten des Helden vorstellen.,»Das ist alles, was Gottsched von der äußern Be-sckaffinheir unsersKoder sagt; und, so weniges ist, dochschon zu viel. Denn ansehnlich ist er allerdings geschrie-ben, aber nicht prächtig; und wie mir ein AugenzeugeVon Kenntniß versichert hat, minder ansehnlich, als dercasseliiche; auch können die Anfangsbuchstaben, die dreyersten jeder Abtheilung ausgenommen, nicht schön ge-mahlt heissen; sie sind bloß, wechselsweise, mit rotherund blauer Farbe angefüllt, und mit kleinen Zügen ver-brämt, deren Dinte auf gleiche Art, aber in andrer Folge,abwechselt; so, daß die rothen Buchstaben blaue, unddie blaugefärbtcn rothe Verzierungen haben. Die Schrift-zuge müssen überhaupt kleiner seyn, als die in der casscli«schen Handschrift. Diese hat, nach Hrn. C.'s Angabe,überhaupt ?Z4 Blätter, und jedes Blatt enthält 1Z0bis i^o Zeilen. Die wolfenbüttelische besteht ans 345Blättern, deren jedes 168 Zeilen oder Verse, jede Ko,lumne nämlich ihrer 42, enthält. Dagegen stehen dieGemählde hier auf besondern Blättern, die an ihremOne eingeschaltet sind. Der erste Theil, oder das Ge-dicht vom Markgrafen Wilhelm von Narbonne, hat

fünf-

^) Nämlich außer dem Gedichte, Wilhelm von Narbo»me.