Zeitschrift 
Zur Geschichte und Litteratur : aus den Schäzen der Herzoglichen Bibliothek zu Wolfenbüttel / von Gotthold Ephraim Lessing
Seite
176
Einzelbild herunterladen
 

( ,7«5)

KlugqlmkIcl l'glscKcn, welche aber von vorigen abgefallen,und dem OtK-uschen Großen Herrn unterthänig stind,Sie nennen sich l^obetxslni, und reyßen mit Camclenund Ochsen. Dco Gesandren ankunfft zu Ka^Ki war den10 kei?r. Die Stadtmaur ist von gebackenen steinen undKalck erbauwer, und die Stadt lieget zwischen felßen überwelche hicn zuL?eyden seilen der Stadt eine Maur etwannz Klaffler hoch iz Klaffter Breit, und jedes Klaffter zuz ^oscovischen ^rsinen ^) gerechnet, von wilden stei-nen aufgeführet, aber nicht gedünchet oder angeschmieretist. Mann sagt, daß sie ihren ansang nehme an einerStadt Keveni>!co oder Sucnrsese benennet, allwo die Ls-tksjsche XkeKarbÄrR in yuimtit-it wachset. Die steinernethürne Längs derselben seind nicht an die Maur ange-hänget, sondern stehen ein Klaffler weit davon abgeson-dert und i oo Klaffler von einander. Sie seind hoch vongebackenenen steinen, und mit Kalck gedünchet. DieMaur solle biß an die See anlauffen I), und in dieserStadt ist alle Provision theur.

- Den

6) Arschinen oder russische Ellen, beynahe ^länger als dieunsrigen.1) Die Rede ist hiervon der großen sinesischen M«uer, welcheununterbrochen über Berge und Felsen sowohl, als durch Tha-ler uud ebene Felder hingeht, und dem sinesischen Reiche seineeigentliche Gränzen setzt. Baikorv' irrt, wenn er mcynt, daßsie von rauhen Felsensteinen, ohne Kalk oder andre Verbindungs-Mittel aufgeführet sey. Der Grund der Mauer, bis etwa eineEle hoch über der Erde, ist nur von Felsensteinen, übrigens istsie von Ziegeln aufgeführet. Diese sind aber so groß gestrichen,und so blau gebrannt, baß sie dem russischen Gesandten wohlkönnen wie Felsensteine vorgekommen seyn. Sie ist auch nichtohne Kalk gemanert; aber der Kalk ist durch die Länge derZeit so hart und so fest geworden, daß man ihn von den Stei«ncn wenig unterscheiden tan. Die hier sogenannte Stadt Sucht«seac, wo viel Rhabarber wachsen soll, weswegen der Verf.auch ihren Namen durch Rewenokoj (Rhabarberstadt, vomruss. Aeroenj Rhabarber) übersetzt, ist wahrscheinlich die sine-fische Stadt Suidschu oder So-tschu-u, unweit welcher

die