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on der Geschichte unsrer vaterländischen Dichtkunstsind bis itzt nur allgemeine, und meistens sehrunzulängliche Entwürfe, oder einzelne bekanntere Epochen,bearbeitet; und immer noch fehlt uns eine vollständigegrößere Geschichte der deutschen Poesie. Einzelne Bruch-stücke derselben, die künftig einmal brauchbare Materia-lien des ganzen Gebäudes abgeben können, erhalten dahereben durch diesen Mangel einen desto größern Werth;vornehmlich, wenn sie die Geschichte solcher Zeitpunktebetreffen, die durch bisherige Aufklarungen nur noch mehrschwachen, dämmernden Schimmer, als volles, HellesLicht erhalten haben. Wenn man die frühesten Zeitenunsrer Dichtkunst, in ihrer ursprünglichen Entwickelung,ausnimmt, deren völlige Aufklärung sich bey dem nichtmehr zu ersetzenden noch auszufüllenden Mangel befriedi-gender Nachrichten und Urkunden wohl nie erwarten lässt;so scheint dieß bey keiner dichrrischen Epoche Deutschlands so sehr der Fall zu seyn, als bey der Zwischenzeit zwischenden Minnesingern und tNcistersangern, und bey demgewiß zu raschen unmittelbaren Uebergange, den manbisher von jenen zu diesen Dichtern anzunehmen pflegt.Gewöhnlich setzt man, wiewohl schon etwas zu freygebig,der erstern dieser beyden Epochen die Mitte des vierzehn-ten Jahrhunderts zur Gränze; denn offenbar lebten schondie ältern und bessern Meistersanger früher: aber wie
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