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Daß. wer discn Frcydanck liftt,Von vnwisscnhcyt geniset.
Was Branr eigentlich bey seiner Ausgabe Zrey-dan^s geleistet, und wie viel er darin umgeändert habe,läßt sich nicht eher genau bestimmen, als bis man eineHandschrift dieses Gedichts in Handen hat, von der esgewiß, oder doch wenigstens höchst wahrscheinlich ist,daß sie den alten Gnomolvgen in seiner ersten, ursprüng-lichen Form enthalte. Ware die oben erwähnte straß-burgische Handschrift auf Pergamen, wovon Hr. Bod-Mer eine Abschrift besitzt, wirklich von dem hohen Alter,welches ihr Hr. Dr. Anron beylegt^), nämlich aus demzwölften Jahrhundert; so hatte sie unstreitig vor allenbisher bekannten den Vorzug, und wäre zu solch einerVerglcichung und Scheidung des ächten Textes und derAnsäße das sicherste Hülfsmittel. Denn sie wäre gewißaus dem Zeitalter des Dichters selbst, das man sonst nichteinmal so hoch hinauf setzt. Doch, aus den angeführtenWagnerischen Zeilen läßt sich schon abnehmen, daß Branrden Versen eine größere Länge, oder, welches mir wahr-scheinlicher ist, eine gleichförmigere Länge gegeben habe.Und aus Branr's eignen Versen, die sich in der worm-ser Ausgabe, Bl. XXXIX, vor seiner Leschtußredbefinden, die zugleich ein gereimtes Register aller Kapiteldes ganzen Gedichts enthält, ergicbt sich noch, daß erden Versen Freibank» durch mehrere Anführungen undBeyspiele aus der heiligen und weltlichen Geschichte einegrößere Ausdehnung ertheilt habe:
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*) Deutsches Museum, v. 1779. B.II. S.z?i.