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Juchhe nach Italia! : 1. im Mai; 2. im Juli / [Ludwig Bamberger]
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SS

ihnen zum Anbellen vorhält, und während die Narrenfür ihre Nationalität und Unteilbarkeit zu brüllen glau-ben, lachen sich Serenissimus und die heiligen Patresins Fäustchen, denn ihr Acker wird wieder einmal vomSchweiß und Blut der dummen Teufel bestellt.

Es gibt fürwahr Thorheiten, welche eher das Mit-leid, als den Unwillen herausfordern. Solcher Art warendie Vertrauenstölpeleien von 1813 und 1848. DenGelöbnissen des Befreiungskrieges und den Bewilligungender Märzesnöthen zu glauben, war der Unerfahrenheitund Gutmütigkeit noch zu verzeihen; heute aber, woman nicht einmal gelobt, noch bewilligt, sondern Allesleistet, indem man Gelder für Waffen und Monturenerhebt, an sich schon ein allerhöchster Genuß heutegeht die Blödheit über jegliche Geduld hinaus.

Das ist nicht mehr erlaubt, zu vermeinen, Habs-burg und sein Jesuitenbruder der Bayer, diese zwei Ur-obskuranten, träten für deutsche Nationalität in dieSchranke; und es muß jeder wissen, daß wo nassauische,hannoverische, kurhessische, badische Landesherren oderschwäbische Reichsunmittelbare zum Schwerdte greifen esnur um die Erhaltung feudaler Privilegien und souverä-ner Sonderinteressen sich handeln kann. Gegen den Welt»eroberer Napoleon I. für das zertretene Vaterland inWuth zu entbrennen war natürlich und vor dem Gespenstdes Sozialismus zurückzuschaudern war denkbar, aber sichvon großen und kleinen Staatsstreichlern einen theoretischenDespotenhaß binnen vierundzwanzig Stunden auf demPolizeiwege eintrichtern zu lassen, ist abgeschmackt; in einen