Karte 
F. W. Putzgers historischer Schul-Atlas zur alten, mittleren und neuen Geschichte : in 68 Haupt- und 71 Nebenkarten / bearb. und hrsg. von Alfred Baldamus ...
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Diadochenkarte soll die Lage des Orientsbeim Beginne der Kämpfe mit Rom ver-anschaulichen. Wieder sind die Reichs-namen anders geschrieben als die Land-schaftsnamen (Vgl.Syriau. Mesopotamia), dieseleucidische Randfarbe kennzeichnet beiArmenia und Media Atropatene halbe Ab-hängigkeit, im Osten das Eroberungsgebietdes Antiochus III; dabei sind die Grenzenhier wie bei dem Arsaciden- und Baktrer-Reiche nur als ungefähr zutreffend an-zusehen. Weiss gelassen ist das Gebietder Galater, weil diese ein fremdesElement in den Diadochenreichen bil-den, und das der griechischen Frei-staaten, weil deren Verhältnisse sich beidem kleinen Massstabe nicht darstellenHessen.

S. 8. Rom und Athen sind auf einem Blattevereinigt, um sie im gleichen Massstabeeinander gegenüberstellen zu können.Für beide ist als Zeitpunkt der Dar-stellung etwa das Jahr 100 n. Chr. ange-nommen. Städtgegenden, Plätze, Gärten,Felder sind in Rotundschrift, Strassenund Häuser in Cursivschrift gegeben (z.

B. Prata Quinctia, Sacra via). Zur VergleicllUllg

ist der moderne Stadtplan grau unter-gedruckt. Hinzugefügt ist Rom zur Zeitder Republik in verkleinertem Massstabe,so dass viele Gebäude, die in der Zeit desFreistaats wichtig waren, entweder durchZiffer oder Namen in der grösseren Kartezu suchen sind.

S. 9. Neben der grössten Ausdehnung bietetdiese Karte in Farben ein Bild der all-mählichen Entwickelung des römischenReiches. Bei Wahl der Entwickelungs-abschnitte ist ausgegangen von der in denLehrbüchern üblichen Periodenteilung.Von den Farbengrenzen dürfen manche,besonders in Spanien, der Balkanhalbinselund Kleinasien, als nur annähernd richtigangesehen werden. Die Provinznamensind gegenüber den Landschaftsnamendurch die Schrift herausgehoben; die Ver-änderungen der Provinzgrenzen konntennatürlich nicht dargestellt werden. Die

' Unterscheidung in kaiserliche und sena-torische Provinzen wird den bei dieserTeilung geltenden Grundsatz veranschau-lichen, der Wechsel in der Zuteilung ist

nur bei einigen durch doppelte Unter-streichung berücksichtigt.

Von den beiden Nordgrenzen Italiens S. 10, II.und Etruriens bezieht sich die südlicheauf die Zeit vor, die nördliche auf dienach Augustus.

Die Europäischen Provinzen des S. 12.römischen Reicks und die RömischenRheinlande enthalten sowohl die für diepunischen Kriege nötigen Orte und eineAngabe des Alpenübergangs Hannibalsals auch die Namen der in der Kaiser-zeit historisch wichtigen Orte. Der roteRand zeichnet die bis zum Tode desAugustus einverleibten Gebiete. Bei dengallischen und germanischen Namensformen ist besonders auf Cäsar undTacitus Rücksicht genommen. Namenin Steinschrift (Burgundarholm) sind ger-manischen Ursprungs. Die BezeichnungAgri decumates ist, weil allgemein üblich,hier und S. 19 trotz des dagegen er-hobenen Einwandes beibehalten worden.*Dr. E. Schwabe.

Auf den Karten für das Mittelalter S. 13-17sind selbstverständlich manche Grenzenunsicher, für die Schule konnte das abernicht immer angemerkt werden; dielateinischen und altdeutschen Namen sinddurch die beim Unterrichte wohl stetsangewandten modernen ersetzt worden.

Bei den Karten der Völkerwanderung S. 13.**ist dies indes naturgemäss noch nichtgeschehen im Gebiete des oströmischenReiches und sonst bei einigen römischenLandschaftsnamen. Für das oströmischeund die Reste des weströmischen Reichesist auf der Karte von 476 dieselbe Farbegewählt, für die einzelnen deutschenStämme kehrt auf allen dreien die gleicheFarbe wieder. Hingewiesen mag nochwerden auf die unter den deutschen Stäm-men dadurch getroffene Unterscheidung,dass einige nur mit ihrem Namen, anderemit dem ZusätzeReich der" verzeichnetsind. Auf der zweiten Karte ist die ost-gotische Vormundschaft über das West-gotenreich durch die Unterstreichung an-gedeutet und auf das verschiedene Schick-sal der Alamannen durch die Färbung(gelbe Fläche ist das spätere Herzog-tum Franken) hingewiesen; auf der dritten

* Für die Aussprache keltischer Eigennamen merke man: I. alle Völkernamen auf oneshaben 5: Ebürönes. 2. alle Städtenamen auf acum haben ä: Moguntiäcum. 3. alle Städtenamenauf magus haben ä: Borbetömägus. 4. alle Völkernamen auf iges haben I: Biturlges (vgl.Ambiorix, Ambiorlgis). 5- a 'l e Völkernamen auf ini haben T: Mörini.

** Es mögen hier die von S. 13 an häufig vorkommenden Abkürzungen erklärt werden:A. = Abtei. B., Bm., Btm. = Bistum. Bgft. = Burggrafschaft. F., Fsm. = Fürstentum.G., Gft. = Grafschaft. Gh. = Grossherzogtum. Grfsm. = Grossfürstentum. Gvt. = Gouver.nement. H. = Herrschaft. Hz., Hzm. = Herzogtum. Kgr. = Königreich. Kurf. = Kur-fürstentum. Lg., Lgft, I.dgft. = Landgrafschaft. M. = Mark. Mgft. = Markgrafschaft. Pr.= Probstei. R. = Reich. Rep. == Republik. Rst. = Reichsstadt.