Karte 
F. W. Putzgers historischer Schul-Atlas zur alten, mittleren und neuen Geschichte : in 68 Haupt- und 71 Nebenkarten / bearb. und hrsg. von Alfred Baldamus ...
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christlichen Reiche. Im Einzelnen zeigthier die Färbung, dass um 1097 Navarrazwischen Aragon und Kastilien-Leon ge-teilt war, die Grafschaft Portugal zu-nächst Lehn des letzteren Staates baldvon ihm unabhängig wurde, und der Emirvon Saragossa seine Selbständigkeit gegendie Almoraviden behauptet hatte. Weiterdeutet die Färbung an die halbe Abhängig-keit Kroatiens von Ungarn, Serbiens vomoströmischen Reiche, des Danischmendund der armenischen Fürsten von denSeldschuken. Die Erfolge des erstenKreuzzuges sind verzeichnet durch dierote Grenzlinie in Kleinasien und auf derNebenkarte von Syrien, welche vorgreifendzugleich das Königreich Jerusalem vomJahre 1229 bietet.17. Die Reichsgrenze für die Zeit derStauf er ist im Osten kaum festzulegen:Die rote Grenze mit Verwaschung be-zeichnet den Anfang der staufischenZeit, die ohne Verwaschung das biszum Schlüsse der staufischen Periode demDeutschtume gewonnene Kolonialgebiet;dabei hat Pommern, Preussen und dasvon Polen dem Deutschorden überwieseneGebiet eine besondere Farbengrenze er-halten. Für die punktierten Grenzen inPommern und südlich von Magdeburgvergleiche Nebenkarte. Vom Kirchen-staate ist das im engeren Sinne soge-nannte Patrimonium Petri in Flächen-färbung gegeben; das normanische König-reich Neapel-Sizilien ist mit einem hellerenTone der Reichsfarbe bezeichnet, weil esden Staufern zufiel. In Spanien ist alsGrundlage der Darstellung ungefähr dasJahr 1200 angenommen, dazu das Er-oberungsgebiet des 13. Jahrhunderts an-gegeben; die historisch wichtigen Ortesind hier und in Mittel- und Süditalienbis ungefähr 1450 eingetragen. Frankreichenthält auch die für das 11. Jahrhundertbedeutsamen Orte und zeigt das Kronlandbeim Regierungsantritt Philipps II. (1180),sowie den englischen Besitz in denweiteren Grenzen von 1154 (Regierungs-antritt Heinrichs II. von England), inden engeren von 1259 (Friede von Abbe-ville); von den Vasallen ist die GrafschaftToulouse abgegrenzt wegen der Albi-genserkriege. England bietet die Orte biszum Schlüsse des 15. Jahrhunderts mitAusnahme der für die Reformations-geschichte wichtigen. Die Nebenkartezeigt die Gebiete der bedeutendstenFürstenhäuser Deutschlands in ihrer wei-testen Ausdehnung; dabei bezeichnet derdunklere Farbenton die Stammlande, be-ziehungsweise das unmittelbare Reichs-

gebiet, der hellere die Lehnsgebiete, dieRandfärbung hoheitliche Rechte. Dassauch die Nordmark ursprünglich in einerArt Abhängigkeit von Sachsen stand,konnte wegen der askanischen Flächen-farbe leider nicht noch durch eine Rand-farbe vermerkt werden; ebenso Hesssich auch das Stammgebiet der Askaniernicht farbig geben, es ist angedeutet durchdie punktierten Grenzen bei der Burg An-halt; im askanischen Gebiet ist nochabgegrenzt das spätere kleinere Herzog-tum Sachsen; die bei Augsburg nachSüden gehende Grenze ist die der Herzog-tümer Schwaben und Bayern.

Bei den folgenden Karten von Deutsch- S. 1824./and und Europa bezeichnet die demTitel beigefügte Zahl das für die Dar-stellung der Territorialverhältnisse ge-wählte Jahr. Die im Titel angegebenenPerioden sind für die Eintragung derNamen streng eingehalten, doch greiftS. 18 bis 1273 zurück, S. 19 in Ober-italien bis 1515 vor, S. 20 in Spanienund Süditalien bis ca. 1450, in derTürkei bis ins 14. Jahrhundert zurück,während S. 23 in Spanien auch dieOrte der Napoleonischen Zeit enthält,in Oberitalien aber von 1796 ab durchS. 26 ergänzt wird. In der Kartenlegendesind stets die Fürstenhäuser herausgehoben,welche in der betreffenden Periode einebesonders hervorragende Bedeutung haben,dabei sind diese Farben in Fläche aufder Karte nur für sie angewandt und fürzwei Hauptlinien desselben Hauses zweiSchattierungen derselben Farbe gewählt.Auf den Karten von Deutschland er-scheinen die deutschen Reichslande inFlächenfärbung; weiss gelassen sind dieGebiete, welche in dem betreffendenZeitabschnitte nicht besondershervortretenoder sonst dargestellt sind (vgl. dieSchweiz), es ist dafür also nicht in ersterLinie die Grösse massgebend gewesen.

Die lützelburgische Randfarbe von S. 18.Brabant und Limburg bedeutet, dass dieseLande der Gemahlin des damaligenHerzogs von Luxemburg gehörten; dieFärbung von Verona, dass dies Gebietvon den Viskonti erobert war (1387),als sie 1395 die Herzogswürde erlangten;die von Treviso, dass dies 1338 vonden Venetianern eroberte Land ihnenzeitweilig wieder verloren ging. Diedoppelten Reichsgrenzen sollen hier undauf S. 19 das Unklare der Grenzver-hältnisse andeuten. Die Zahlen in denhabsburgischen Gebieten bezeichnen dasJahr der Erwerbung. Der Besitz in derSchweiz ist nach dem Stande von 1315