II. Das Territorium.
Die Bedeutung des Territoriums für die Volkswirtschaft iet inder Praxis stets berücksichtigt werden. Im 18. aaec. wurde sie sogarübertrieben: In Montesquieu's " Esprit de^lois" werden alle Verschie-denheiten in Wirtschaft und Staat zurückgeführt auf die klimatischenVerhältnisse der verschiedenen Länder. Am weitesten ging in der Ueber-treibung der Franzose Cabania und im 19. aaec. der Engländer Buokle.
Im Gegensatz zu diesem finden wir eine grosse Würdigung bei dem gros-sen Geographen Ritter und bei Alexander von Humboldt. Dagegen ist auf-fallender Welse bei dem abstrakten Schule der Nationalökonomen dieBedeutung des Territoriums gant vernachlässigt. Da sie von der irri-gen Ansicht ausgehen, dass die sog. freien Güter wie Klima,Luftfeuch-tigkeit, Licht, Wärme, die alle nicht Sondereigentum sind, jedem Men-schen gleichmäasig zur Verfügung stehen, glaubten sie von deren Be-trachtung ab8ehen zu können. Diese sog. freien Güter sind nur inso-weit frei, als sie nicht ge- und verkauft werden können, aber siestehen nicht allen gleichmässig zur Verfügung: für jeden Menschen istdas Territorium,daa er bewohnt, von Bedeutung, das tritt am meistenhervor in den Anfängen der Kultur, wo es der einzig massgeben^Paktorfür die Entwicklung des Wirtschaftslebens ist. Anders auf höhererKulturstufe: in dem Masse, in dem der Mensch die Herrschaft über d64LNatur erhält, in dem Masse wird die Bedeutung des Territoriums gerin-ger, sie hört aber nie auf , soweit die Technik auch fortschreiten mag.
Das Territorium beeinflusst vor allem den wirtschaftenden Men-schen selbst.
Welches sind nun die Eigenschaften des Territoriums,die dasWirtschaftsleben beeinflussen?
1) Die Gestaltung der Erdoberfläche: die Gliederung derselben in