Ea handelt aich bei der Gewinnbeteiligung um nichts anderes alsein Lohnsystem,obwohl ihr vielfach die Bedeutung der Umgestaltung ei-ner Untemehmungsform oder der Lösung der sozialen Frage beigemesaenwurde. Was das letztere anbetrifft, eo werden wir sehen, dass ea blajetzt nirgends im Stande war, dieses Probelm zu lösen und auch nichtgeeignet ist,wesentlich hiezu beizutragen. Ala besonders hervorragen-de typische Fälle sind zu nennen H.v. Thunen, der es 1848 in seinemlandwirtschaftlichen Betrieb einführte, dann der Stubenmaler Le Claiwin Paris 1849, und der Measingfabrikant Borchert 1867, der es auf An-regung des damaligen Direktors des stat&sehea statistischen Amtes inBerlin, Engel, einführte. Meistens begeisterten sich für das Lohn-system mit Gewinnbeteiligung Personen, die dem Wirtschaftsleben prak-tisch nicht nahe 3 tehen, die meisten Arbeitgeber und noch mehr die Ar-beiter wollen nichts davon wissen.
Die Arbeitgeber wenden ein: Der Gewinn hänge nicht bloss abvon der Höhe der Löhne und der Höhe der Leistungen der Arbeiter, son-dern er sei ganz wesentlich beeinflusst von der individuellen Tüch-tigkeit des Betriebsuntemehmers und der Höhe des Zlnsfuases, derGrundrente und der Steuern. Mit all dem aber hatten die Arbeiter nichtszu tun; der einzige Vorteil wäre, dass die Arbeiter fügsamer würdenund williger auf eigene Organisationen verzichteten, aber noch nirgendsseien die Arbeiter hiezu bereit gewesen; damit gebe der Arbeitgeberein unvergoltenes Geschenk.
Die Arbeiter sagen, man mute ihnen zu, sioh mit Aussicht aufGewinnbeteiligung mit dem einmal herkömmlichen Lohn zu begnügen unddarauf zu verzichten bei steigender Konjuktion höhere Löhne zu ver-langen. Die Gewinnanteile brächten ln einem Jahre dasselbe, was eineLohnerhöhung ln einem Monat bringen könne. Ausserdem sei nicht sicher,dass sie den Anteil bekommen; denn die Arbeiter wissen, dass der Ge-winn abhängt von der Individuellen Tüchtigkeit des Betriebsleiters;