Autograph 
MS 311 - Brentano I : [Allgemeine Volkswirtschaftslehre] ; [Vorlesungsskript WS 1910/11]
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wenn sie nun verzichteten, in höheren Löhnen an der Konjunktur teil-zunehmen und habe der Betriebsleiter nun schlecht gewirtachaftet, sohabe man mehr geleistet ala vergolten wurde. Ausserdem kann in Zeitender Krieia die Gewinnbeteiligung schädlich einwirken, insofern dieKrisia verlängert. Wenn die Nachfrage fallt, so ist es angezeigt, dieProduktion einzuschränken, bis die Nachfrage sich wieder steigert,die ist nun Gewinnbeteiligung eingeführt, so riskirt der Unternehmerwenig, höchstens, dass es keinen Gewinn erzielt, an welchem Umstandder Arbeiter mittrSgt; dagegen habe er die Chance durch Aufrechter-halten seines Betriebes seine Konkurrenten zu überflügeln. Auf dieseWeise werde aber die Krisia verlängert. Auch auf die Korporationenwürden die Arbeiter nicht verzichten; wenn man ihnen Gewinnbeteili-gung vorgaachiagea habe, sei es nur dann gewesen, wenn ihre Organi-sationen lästig gewesen wären; ausserdem brauchten sie auoh die Or-ganisationen ,wo die Gewinnbeteiligung fortbesteht, denn sie setzevoraus, dass das Verhältnis festgeatellt werde, in dem der Gewinnverteilt werde. Denn jeder Fortschritt verschiebt das Verhältnis,dasArbeit und Kapital am Gewinn habe.

Die Folge war, dass unter dem Einfluss der Arbeiterstreitig-keiten und der begeisterten Apostel der Gewinnbeteiligung überallzahlreiche Versuche mit der Gewinnbeteiligung gemaoht wurdenf Werkedarüber* Böhmert, Oilntan, Robert). Diese bringen eine Unmenge vonBeispielen, von denen jedoch nur 38 Fällen die Gewinnbeteiligung alaein geglücktes System zu betrachten ist. Aus diesen Versuchen tre-ten uns die Ursachen des Ge- und Misallngens deutlich entgegen.

Die Gewinnbeteiligung tritt una vor allem entgegen als einaristokratisches Lohnaystem.da in der Regel nicht alle Arbeiter amGewinn beteiligt sind, sondern nur eine Auswahl, sei eB der höchstenoder der besten Arbeiter. Sodann hat sich das Gewinnbeteiligungssystem