3) Bei derselben Gewinnhöhe ist die Geneigtheit bei verschiedenen Ce-^ sellachaftsachichten eine verschiedene: ausser der Gewinnhöhe istweiter beeinflussend die grössere oder geringere Fähigkeit zu genies-sen. Tatsächlich besteht der Genuss in der blossen Akkumulation vonKapital in vielen Schichten sehr verschieden, je nach dem Reichtumdem Einkommen der einzelnen Individuen oder Gesellschaftsklassen. Un-zweifelhaft wird bet sehr verschiedener Verteilung des Reichtums vieleher akkumulirt als bei gleichmässiger Verteilung. Die Grenzen derGenussfähigkeit für einen Rockfeiler, Morgan etc. sind auch nicht un-endlich; diese Menschen sind gewissermassen genötigt zu akkumuliren.
Es wäre aber irrig zu meinen, dass durch eine gleiche Verteilung derVermögen und der Einkommen ein Stillstand in der Kapitaliaation ein-treten würde. Die Gläubiger unserer riesigen Staatsanleihen sindmeist eine Unzahl von mittleren und kleinen Kapitalisten. Namentlichwenn die Einnahmen dieser Kleinen steigen, macht sich zwar eine Bes-serung der Lebenshaltung bemerkbar, bald macht sich die Einnahmen-mehrung geltend ln der Vermehrung ihrer Kapitalien. Durch den Auf-schwung nach 70/71 und der hiedurch gebesserten Lohnverhältnisse stie-gen die Kassenguthaben um ca 100 %. Heute die gesamten Einlagen inpreussen 6,727,000,000 Ende 1902 seit 1901 ein Zugang von über l/2Milliarde. Das alles ist ein Ergebnis der Kapitaliaation kleiner undmittlerer Rentner.
3^ durch die Si c herh eit de s Gen uss es in de r Zuku nft statt in der Gegen-wart. Das in der Gegenwart gebrachte Opfer muss sich in der Zukunftsicher vergolten. Der Soldat im Krieg mit seiner unsicheren Zukunftbringt nichts Erspartes mit nach Haus. Auch in Arbeiterkreisen,derenLebenserwartungen ganz gering sind, gibt es keine Sparsamkeit,so beiden Feilenhauern. Dasselbe zeigt sich zu Zeiten grosser Epidemien( Thucydides über die Pest in Athen, Bocaccio über die in Florenz). Woalso die Sicherheit des Genusses in der Zukunft schwindet, da schwindet