79
je besser sie ea haben.
Adam Smith-lehrt dagegen: hoher Lohn bewirkt hohe Arbeitsleistung,geri nger L ohn geringe Leistung. Er begründet das psychologisch undphysiologisch. Psychologisch: Je grösser das Reizmittel, desto mehrwird geleistet,ein hoher Lohn ist aber ein grosses Reizmittel. Physio-logisch: Der hohe Lohn führt zu einer besseren Ernährung der Arbeiterund besser genährte Arbeiter sind im Stande mehr zu leisten. Er be-beruft sich auch auf die Erfahrung: Die besser gelohnten englischen Ar-beiter leisten mehr als die geringer gelohnten schottischen.- Fernerberuft er sich auf die systematischen Erhebungen des französischenSteuererhebers Messauce von St^ Etienne, einem Schriftsteller vongrosser praktischer Kenntnis: dieser zeigt,dass die Armen zu billigenJahren viel mehr leisten, als in teuren, indem er die hergestelltenProdukte der billigen Jahre mit denen der teuren vergleicht. Die Mehr -Produktion sei zurückzuführen auf den Umstand, dass den Arbeitern inden billigen Jahren für denselben Lohn mehr zur Verfügung gestandenhabe ala in den teuren. Die englischen Nationalökonomen schliessensich bald der Ansicht Adam Smith' an. Bald folgten auch die anderenLänder. Joh. Gottfr. Ho ffmann. der Direktor des Berliner statistischenAmtes weist nach, dass ein gutgelohnter und genährter Berliner Arbei-ter in 10 Tagen dasselbe leistet,wie ein schlechtgelohnter und genähr-ter ostpreuseischer Arbeiter in 27 Tagen. Ebenso Rascher.
Von der grössten Bedeutung sind aber die Beobachtungen desThomas Brassey, eines der grössten Eisenbahnunternehmer der Welt. Beiseinen Bauten in allen Weltteilen wurde er darauf hingewiesen, zu ver-gleichen wie sich der Preis der Arbeitsleistung in den verschidenenLändern stellt. Ueberall verzeichnet er genau, was er an Lohn gezahlthat und verglich ihn mit dem gemachten Arbeitsergebnis. Das Resultatwar, dass der Preis der Arbeit überall gleichest, ob jetzt der Lohnhoch oder niedrig ist, denn wo letzteres der Fall ist,ist die Leistung